Warum Corporate Blogs für Unternehmen wichtig sind

blogs-businessMittlerweile gibt es schätzungsweise ca. 3.000 deutschsprachige Unternehmensblogs. Corporate Blogs sind im Web 2.0-Zeitalter zu einem (glaubwürdigen) Marketingsinstrument der Unternehmen geworden.

Im Allgemeinen setzen in erster Linie typische  Web 2.0 Unternehmen bzw. Internet-Firmen  ein Corporate Blog bereits ein. Größere Unternehmen nehmen das Blog allerdings als Marketingsinstrument zögerlich, aber nachweislich verstärkt in Ihrem Marketingmix auf.

Bestes Beispiel ist hier u.a. T-Systems, Daimler oder auch der Frosch-Blog des Traditionskonzern Werner & Mertz aus Mainz.

Geschäftsführerin Kirstin Walther der Kelterei Walther hat den Einfluß eines Corporate Blogs wie folgt beschrieben: “In den 79 Jahren seit der Gründung der Kelterei im Jahr 1927 hat nichts solchen Einfluss auf die Geschäftsausrichtung des Unternehmens gehabt wie das seit Januar 2006 bestehende Saftblog. Ohne das Weblog wäre die Firma pleite. Definitiv!”.

Mehr über den Erfolg und den Erfolg des Blogs der Kelterei Walther könnt Ihr im Artikel der Sächsischen Zeitung nachlesen.

Im Hinblick auf  Krisenkommunikation kann ein Corporate Blog Glaubwürdigkeit in Form von einer persönlichen Ansprache und Fakten vermitteln: Der General Motors Europa-Chef Carl-Peter Forster bloggt im offiziellen GM-Blog über die aktuelle Situation im GM-Konzern und stellt sich somit öffentlich zur Diskussion. 2 Kommentare hat Carl-Peter Forster bereits selber kommentiert. Ein offener Dialog von der Konzernleitung eines Weltkonzerns wie GM ist in den klassischen Medien schlicht undenkbar.

Allerdings gibt es auch Stolpersteine bei der Erstellung eines Unternehmensblog. Im Vorfeld sollte man bei der Überlegung eines Corporate Blogs sich bewusst sein, dass es kein Selbstläufer ist, sondern gerade in der Anfangsphase sehr zeitintensiv ist.

Ein Corporate Blog darf vom Unternehmen nicht als reiner PR-Kanal für Pressemitteilungen oder Produkterscheinungen angesehen werden.
Hierbei ist Vorsicht geboten! Primär sollte es  als (offene) Diskussionsplattform angesehen werden. Negative Anmerkungen sollten daher nicht gelöscht werden, sondern vielmehr muss man auf die Kritik öffentlich im Blog eingehen. Das schafft Vertrauen und Sympathie in das Unternehmen.

Ein Unternehmens-Blog sollte in erster Linie das Unternehmen sympatisch darstellen und Produktneuerscheinungen nur dezent in Szene setzen. Primär sollte einen Blick hinter die Kulissen gewährt werden und somit auch Sympathie und Vertrauen in die Marke aufgebaut werden.

Vorteile eines Corporate Blog:

- Digitale Markenführung
- Besseres Google-Ranking
- Beiträge sind zeitweise 15 Minuten später von Google aufgenommen
- Der Marke ein sympatisches Gesicht geben
- Direkter Dialog mit Kunden/Interessenten über die Kommentarfunktion
- Generierung neuer Interessenten und Kunden
- Große Reichweite
- Schnelle Informationsverteilung (RSS-Feed)

Die Planung eines Blogs besteht aus mehreren Bestandteilen:

- Erstellung einer Anforderungsliste
- Suchmaschinenoptimierung
- Link-Building
- Interne Zusammenstellung zuständiger Redakteure
- Auswahl eines Blogsystems (Wordpress, Serendipity, TYPO3-Extension, etc.)
- Auswahl der benötigten Module
- Konzept zur Vermarktung (Newsletterversand, Fachpresse, RSS-Verzeichnisse)
- das Verfassen von hochwertigen (!) Inhalt

Das man am Anfang viele Fehler machen kann und die Leser/Blogcommunity diese Fehler gerade bei großen Unternehmen nicht verzeihen, musste der Henkel-Konzern vor einem Jahr am eigenen Leib erfahren. Das Persil-Blog wurde kritisch beäugt und in vielen privaten Blogs negativ erwähnt.

Der Hauptkritikpunkt war u.a. die fehlende Menschlichkeit. Die Menschen hinter dem Blog (die Blogger/Redakteursteam) wurden nicht im Vordergrund gestellt, sondern primär der große Henkel-Konzern. Aus anfänglicher Vorsicht hatte man die Kommentarfunktion nur nach einer Registrierung freigeschaltet. Dies war natürlich der falsche Weg für eine offene Kundenkommunikation.

Der Blog-Trainer Karl-Heinz Wenzlaff hat in seinem Blog dem Henkel-Konzern sinnvolle Tipps für die Optimierung gegeben.

Wenn diese Tipps bei der Planung und Erstellung eines Corporate Blogs von Anfang an berücksichtigt werden, ist ein (langfristiger) Erfolg in naher Reichweite.




Ein Kommentar vorhanden zu “Warum Corporate Blogs für Unternehmen wichtig sind”

  1. @Marcel: Danke für die freundliche Erwähnung – Feed ist abonniert.




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