Corporate Twittering – Twitter für die Unternehmenskommunikation

lufthansa-twitterTwitter ist in aller Munde. Als ein weiteres typisches Web 2.0 Kommunikationstool ist Twitter auch für den Einsatz in der Unternehmenskommunikation geeignet.

In Verbindung mit dem bestehenden Corporate-Blog  oder Website kann Twitter einen Mehrwert für Interessenten und Kunden bilden.

Der Microblogging-Dienst eignet sich ideal für das Markenbranding, die Verbesserung der Unternehmenskommunikation und wirkt außerdem unterstützend für den Support.

Die ersten Schritte für ein Unternehmen

- Registrierung eines Twitter-Accounts. Im Idealfall der Firmenname
- Viel Zeit für die Anfangsphase einplanen
- Hinweise geben, wie z.B. mit negativen Kommentare via Twitter umgegangen wird
- Twitteraccount im Webauftritt und im vorhandenen Corporate-Blog integrieren
- In Mailings auf den neuen Twitter-Account aufmerksam machen
- Markenbranding: Eigenes Hintergrundbild mit dem Firmenlogo einstellen
- Durchführung eines Twitter-Workshop im Unternehmen: Wie twittert man richtig, was soll/darf getwittert werdern, welche Abteilungen sollen twittern

Markenbranding

Ein gutes Beispiel für das Markenbranding ist der Twitter-Account der Deutschen Lufthansa.
Wie man es nicht machen sollte, zeigt die sozial-ökologische GLS Bank aus Bochum. Das Logo wird sehr klein dargestellt und ein Werbebanner publiziert zwar die Kontaktdaten und die Blog-URL, aber ohne weiterführenden Link (ist auf Twitter auch nicht möglich) ergibt es keinen Mehrwert. Das geht auch besser!

Welche Inhalte sollen getwittert werden?

Die Themen die auf Twitter veröffentlicht werden, sollten keine reinen PR-Meldungen der Unternehmen sein. Die Einträge müssen authentisch sein und gleichzeitig seriös bzw. zum Unternehmen passen. Dies ist die Königsdisplizin für twitternde Unternehmen.

Der amerikanische Computer-Hersteller DELL veröffentlicht zum Beispiel nur über Twitter die aktuellen Sonderangebote. Nach eigenen Angaben hat DELL im letzten Jahr bis zu 1 Million US-Dollar an Umsatz durch die verschiedenen Twitter-Feeds erzielt.

Die Deutsche Bahn genießt im Allgemeinen keinen sehr guten Ruf, ist aber was das Medium Twitter angeht, ganz weit vorne. Neben dem gut umgesetzten Markenbranding, twittern die Mitarbeiter der Deutschen Bahn über aktuelle Verkehrsmeldungen und verweisen dann auf die Deutsche Bahn-Website.

Timo Heuer hat bereits 2007 ein interessantes White Paper zum Thema Corporate Twittering verfasst. Dort behandelt er die Fakten über Twitter, sowie die allgemeinen Twitter-Funktionen und gibt sehr gute Tipps für eine optimale Zielgruppenansprache via Twitter.

Ein Blick hinter den Twitter-Kulissen könnt Ihr in kurzen Interviews mit den Mitarbeitern der Unternehmen (eBay, GLS, Greenpeace) im ethority-Weblog nachlesen.




7 Kommentare vorhanden zu “Corporate Twittering – Twitter für die Unternehmenskommunikation”

  1. Hallo Herr Schler,

    warum gerade wir als Beispiel für einen schlechten Corporate-Twitter-Account herhalten sollen, will mir nach diesen knappen Zeilen nicht einleuchten. Die bisherigen Rückmeldungen auch von Kommunikations- und Twitterprofis waren positiv.

    Immerhin bemühen wir uns, transparent und informativ unterwegs zu sein und den Nutzern sowohl Informationen über die twitternden Personen als auch etwaige Kontaktdaten zur Verfügung zu stellen. Etwas, was beispielsweise die Lufthansa so nicht umsetzt.

    Es ist nun einmal so, dass Twitter-Accounts diversen Restriktionen unterliegen (keine Impressumsmöglichkeit, nur ein klickbarer Link integrierbar). Dies zu kritisieren sollte jedoch an die Verantwortlichen von Twitter adressiert werden.

    Herzliche Grüße,
    Johannes Korten, GLS Bank

    PS: Der Link zu unserem Account verweist auf die mobile-Darstellungsoption. Es wäre schön, wenn Sie dies noch ändern würden. Vielen Dank.

  2. Ja, wenn einem das Design nicht gefällt, dann muss man eben den Lufthansa-Feed lesen statt den der GLS Bank! :)

  3. Hallo Herr Korten,

    vielen Dank für Ihre schnelle Rückmeldung. :-)

    Natürlich hat Twitter verschiedene (starke) Einschränkungen – da gebe ich Ihnen Recht.

    Ich bin der Meinung, dass Ihr Erscheinungsbild durchaus professioneller gestaltet werden kann. Ich habe die Lufthansa als Beispiel genommen, weil dort das Branding – also die Marke Lufthansa und das Business, nämlich Flugtransporte – optimal in Szene gesetzt werden.
    Aktuell finde ich bei Ihnen die Schriften unscharf, die Personen sind trotz namentlicher Nennung nicht in Szene gesetzt.
    Mein Vorschlag: Ein neues Hintergrundbild, wo das Logo gut eingebunden ist, die Personen inkl. Kontaktdaten im Hintergrundbild gut integriert sind und vielleicht ein komplett grüner Hintergrund. Es ähnelt noch zu sehr an dem Twitter-Standard.

    Lieben Gruß aus Mainz
    Marcel Schler

    PS: Der Link wurde geändert.

  4. Anette Rehm sagt:

    Guten Tag,

    ich stimme Herrn Korten voll zu. Nicht die Größe des Logos macht die Glaubwürdigkeit und Authentizität eines Twitterers aus, sondern der Inhalt der Tweets. Und ich finde es unglaubwürdig, bzw. es wird der Sinn eines Twitteraccounts vollkommen entstellt, wenn eine externe Agentur “für jemanden” (in diesem Falle Lufthansa”) postet.

    Auf der next banking Konferenz in Berlin demnächst werde ich in meinem Vortrag jedenfalls genau diese Beispiele – nur mit umgekehrtem Vorzeichen wie Sie, Herr Schler – vorstellen.

    Interessant, wie unterschiedlich Meinungen doch sein können … es lebe die Vielfalt.

    Freundliche Grüße aus Nürnberg
    Anette Rehm, Geld-Magazin.de

  5. Hallo Frau Rehm,

    vielen Dank für Ihre Rückmeldung. In meinem Beitrag habe ich nicht die Inhalte bewertet, sondern lediglich das Markenbranding – was nicht nur mit einem großen Logo zu tun hat. Ich habe in meinem Kommentar auch einen Optimierungsvorschlag genannt.

    Natürlich sind die Geschmäcker unterschiedlich und die Erfolgsfaktoren sieht jeder anders.

    Ich bin aber sehr interessiert an Ihrem Vortrag. Sofern der Vortrag online verfügbar ist, würde ich mich über eine Benachrichtigung freuen.

    Grüße nach Nürnberg

    Marcel Schler

  6. Ruth Jäger sagt:

    Man sollte nicht zu viel Marken-PR-Gehudel veranstalten! Dadurch geht auch viel an Spontanität im (geliebten?) Web2.0 verloren.
    Grüße aus Hamburg

  7. Timo Heuer sagt:

    Vielen Dank für die Verlinkung. Ja, anno 2007 sah alles noch so einfach aus mit dem Corporate Twittering. Mittlerweile würde ich aber sagen, große Teile des Papers sind überholt. Ich muss mal ein neues aufsetzen, auch wenn es da mittlerweile bessere Quellen gibt. Damals (hui, 2007 als “damals” zu bezeichnen ist auch schon eine Kunst), gab es fast nichts dazu.




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