Banken im Social Media Zeitalter – Eine verpasste Chance!

bank-social-mediaDer Social Media Preview Blog hat es im November 2008 bereits sehr treffend zusammengefasst. Die Orientierung der Bankkunden richtet sich verstärkt in den Online-Medien.

Im Blog heisst es:
“Allein in den vergangenen fünf Jahren ist der Anteil der Online-Bankkunden an der deutschen Gesamtbevölkerung von 23 auf 36 Prozent gewachsen.

Wohin der Trend in Zukunft geht, zeigt deutlich Südkorea: Dort gibt es 42 Millionen Online-Bankkunden – bei 49 Millionen Einwohnern.”

Wenn man sich aber die Großzahl der Banken anschaut, so ist die Website und auch die Werbemaßnahmen dem “Trend” noch nicht angepasst. Viele Websites sind auch optisch nicht mehr zeitgemäß und “verstecken” sich hinter alten Navigationsstrukturen. Die Zielgruppenansprache findet bei vielen Banken nur über die herkömmlichen Wege statt, meistens in Form von Newslettermailings und Neuigkeiten auf der Website.

Warum werden nicht Web 2.0 Tools eingesetzt?
Als Beispiel wäre hier ein Blog zu nennen. Ein Blog könnte auch zielgruppenspezifisch eingesetzt werden, z.B. ein Job-Blog für die Ansprache neuer Mitarbeiter oder ein Wertpapier-Blog, um die Anleger zu informieren und über die neuen Leistungen in Kenntnis zu setzen. Eine bessere und zielgerechte Platzierung bei Google ist unter anderem durch solche Maßnahmen möglich.

Informieren über eine persönliche Ansprache: Ein YouTube-Channel im eigenen Branding stellt die Bank und im besten Fall die verschiedenen Ansprechpartner vor, die wöchentlich via Podcast Tipps zu einem bestimmten Thema geben Mit gutem Beispiel voran, geht die SEB Bank. Im eigenen YouTube-Channel wird zum Beispiel gezielt die Zielgruppe Bewerbe mit dem Film “Ein Überblick über unsere Ausbildungsberufe – Der SEB Azubifilm.” angesprochen. Leider findet die Verlinkung zum YouTube-Channel auf der SEB-Website nur zögerlich statt.

Die Social Media Strategie vieler Banken ist leider auch 2009 noch nicht vorhanden und wenn ja, nur in abgespeckter Form (siehe SEB Bank).

Eine Social Media Strategie hat unter anderem das Ziel, den Kunden als Multiplikator einzusetzen.
Der Einsatz einer Fanpage auf Facebook wäre u.a. ein guter Multiplikator. Durch die Anzeige der Neuigkeiten in meinem Netzwerk, kann man den Beitritt verfolgen und sich über die Marke mit einem Klick informieren. Im Hinblick auf das verlorene Vertrauen in Banken, wäre eine Social Media Strategie eine optimale Gelegenheit um die Reputation wieder herzustellen. Eine sympatische Ansprache, sowie ein Gesicht hinter den anonymen Beiträgen erzeugt Sympathie und Glaubwürdigkeit.

Ein erfolgreiches Beispiel für den Einsatz von Twitter ist die GLS Bank aus Bochum. Die GLS Bank war die erste Bank in Deutschland, die nach ethisch-ökologischen Grundsätzen arbeitet und ist mit knapp 200 Mitarbeitern ein “Underdog” gegenüber den großen Global Playern der Branche (Sparkassen Verbund, Deutsche Bank, etc.). Denn noch hat es die GLS Bank innerhalb von kürzester Zeit und mit wenigen personellen Ressourcen geschafft, einen eigenen Twitter-Stream zu etablieren. Mit aktuell über 1.000 Follower wurde Twitter für die GLS Bank ein weiterer Kommunikationskanal und ein wichtiges Kundenbindungsinstrument. Die GLS Bank war die erste Bank in Deutschland, die sich auf das “Experiment Twitter” eingelassen haben und gelten seit dem als Vorreiter im Social Media Bereich.

Egal welche Strategie gewählt wird, es muss immer eine Bindung von und zur Website vorhanden sein. Ergänzend kann man die Aktivitäten in Social Networks im Newsletter, Firmenzeitschriften und Visitenkarten bewerben.




5 Kommentare vorhanden zu “Banken im Social Media Zeitalter – Eine verpasste Chance!”

  1. [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Margit Brendl und Christine Fröhler, mediaquell erwähnt. mediaquell sagte: Lesenswert: #Banken im Social Media Zeitalter – Eine verpasste Chance! http://bit.ly/2lmuw #socialmedia [...]

  2. Wolfgang sagt:

    hier ein beispiel für eine web2.0-bank:
    https://ficoba.fidor.de/ mit angeschlossener finanzcommunity http://community.fidor.de/mein_geld

  3. Mir fällt verstärkt auf, dass viele Leute in der Banken- und Finanzszene einen Web 2.0 Auftritt primär als zusätzlichen Vertreibskanal sehen. Wir sind einen anderen Weg gegangen. Unser Blog ging im Juni 08 online und war unseres Wissens nach der erste Bankblog in Österreich. Fast gleichzeitig haben wir auch unseren Twitteraccount gestartet und seit März 2009 gibt es unsere Facebookseite. Der Schwerpunkt unseres Web 2.0 Auftrittes liegt in der Kommunikation, wir haben uns das Cluetrain Manifest zum Vorbild genommen. Wir schreiben als Regionalbank verstärkt über regionale Themen und liefern auch Hintergrundinformationen aus der Bank. Schaut vielleicht einfach mal rein. http://www.raibalustenau.at/blog http://www.twitter.com/raibalustenau http://www.facebook.com/raibalustenau

    Gruß aus Vorarlberg!

  4. Klaus Madzia sagt:

    Wir helfen schon heute Banken und anderen Top-Unternehmen aus dem Bereich Finance und Investment das Feld Social Media zu bespielen. Zu unseren Kunden gehört u.a. die Berlin Quirin Bank AG. Wichtig beim Thema Social Media ist: Es braucht einen aktiven Dialog, es braucht exzellentes inhaltliches KnowHow und es braucht spannenden Themen. Klassische Werbeagenturen können dies oft nicht leisten.

    Beste Grüße aus Berlin

    http://www.advanto.de
    http://www.quirinnews.de

  5. [...] Blog I love Web 2.0 hat sich auf Ursachenforschung begeben und nach lobenswerten Ausnahmen gesucht. Das Ergebnis kurz [...]




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