Gründe für das Scheitern der Social Media Kampagne von Bacardi Deutschland
Bacardi Deutschland setzt mit der im Dezember gestarteten Werbekampage erstmalig auf das Social Web.
Die erste Frage die sich stellt: Warum so spät?
In der Zeit vom 1. Dezember 2009 bis zum 12. Januar 2010 wurden Teams aus jeweils zehn Freunden über die offizielle Website und dem YouTube-Channel aufgefordert, gemeinsam insgesamt vier Filme zu drehen und zu veröffentlichen.
Die Gewinner wurden aufgrund der Views ermittelt. Fragwürdige Methode und nicht wirklich “Web 2.0″.
Der eigens dafür eingerichtete YouTube-Channel wurde im Branding der Kampagne optisch sehr gut umgesetzt.
Ein attraktiver Preis sollte die Bereitschaft der User wecken:
Die Gewinner durften eine Woche auf einer Yacht durch die Karibik reisen – inklusive Bordpersonal und Party-Besuch auf einer eigenen Insel.
Die PR und Social Media Strategie übernahm die renommierte Kommunikationsagentur fischerAppelt aus Hamburg.
Folgende Fehler wurden aus meiner Sicht gemacht:
Es handelt sich hierbei nicht um eine Social Media Strategie, sondern lediglich um ein Filmwettbewerb, der YouTube als Plattform nutzt. Eine Social Media Strategie würde auch andere Kanäle, wie z .B. Twitter und Facebook innerhalb der Kampagne mit einbeziehen.
Warum wurde die Chance nicht genutzt, die Reichweite durch Twitter & Co. deutlich zu erhöhen und auch langfristig einen Dialog zu schaffen?
Die Hürde für die Teilnahme war schlichtweg zu hoch, auch wenn der Preis attraktiv war. Die eigentliche Aufgabe, nämlich 10 Teilnehmer zu mobilisieren und 4 Video-Clips erstellen, ist ein großer Bestandteil des scheiterns.
Das Gewinnervideo wird anhand der Views auf YouTube ermittelt. Ist das der Sinn von User generated Content? Warum wurden die Clips von der Community nicht bewertet und ermittelt? Was sagen Views schon aus? Ein Brückenschlag zu anderen Social Networks fehlte hierbei gänzlich.
Generell sind die Teilnahme-Clips im YouTube-Channel sehr versteckt. Bacardi hat diese unter dem Menüpunkt “Favoriten” abgespeichert. Warum wurde die Funktion “Videoantworten” nicht in der Konzeption einbezogen?
Fazit:
Das Social Media Konzept wurde nicht richtig durchdacht und deshalb war die Teilnahme trotz finanzieller Bemühungen sehr schwach. Aktuell haben 2 Gruppen am Gewinnspiel teilgenommen. Der gewünschte Erfolg stellte sich trotz 19.000 Channel-Aufrufe nicht ein.
Wie eine erfolgreiche Social Media Kampagne aussieht, kann man sich an der Markteinführung von Alfa Romeo Schweiz für das Modell Mito ansehen.

Mein Name ist Marcel Schler, ich bin freiberuflicher Social Media Berater aus Wiesbaden und blogge seit 2009 über News im Social Media Umfeld.
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Frank Hamm, Theresa Nikley erwähnt. Theresa Nikley sagte: Schwache Social Media #Kampagne von #Bacardi Deutschland http://bit.ly/8D5KES [...]
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This post was mentioned on Twitter by fwhamm: @zwoelftermann #Bacardi hat eine Social Media Kampagne, echt? Nie was von mitbekommen…. http://bit.ly/7qn3JK #socialmedia…