Klassische Medien und Social Media: Ein Vergleich!

Unternehmen und Social Media – nie wieder Zeitungswerbung?

Eines Tages werden die Menschen nur noch Social Media nutzen. Sie werden twittern. Sie werden ihren Facebook-Account und ihren Blog pflegen. Sie werden NICHT mehr fernsehen, kein Radio mehr hören und auch keine Zeitungen mehr lesen.

Unternehmen nutzen zwangsläufig nur noch Social Media, um mit Kunden und potenziellen Kunden zu kommunizieren. Die Betreiber von Social Media – Plattformen wie Facebook würde so etwas sehr freuen.

Im Ernst: Solch ein Szenario wird wohl nur von eingefleischten Social Media Fans gepflegt. Realistisch ist es nicht. TV wird es natürlich weiterhin geben. Tageszeitungen auch. Doch das Web 2.0 als neuestes Medium mit Social Media Plattformen wie Twitter und Facebook, YouTube, zahlreichen Communities und Foren fordert seinen Platz in der Medienlandschaft.

Und es bringt auch für Unternehmen ganz eigene Vorteile:

  • Die Zielgruppen werden besser und schneller erreicht,
  • ein schnelles Feedback von Konsumenten auf Unternehmensinfos wird möglich,
  • ebenso kostengünstige Kommunikation mit potenziellen Kunden sowie
  • eine freiere Auswahl bei den Inhalten, die kommuniziert werden, und
  • ein einfacher Zugang zu ausländischen Märkten.

All das sind Vorteile, die moderne Marketer bei der Auswahl ihrer Wege zum Kunden berücksichtigen. Social Media Marketing wird andere Marketingkanäle nicht ersetzen, doch zunehmend ergänzen und in Zukunft wachsende Teile eines Marketingbudgets beanspruchen.

Bei einer internationalen Umfrage des Marketingsoftware-Anbieters Alterian (Ende 2009) wurden etwa über 1.000 Marketingexperten befragt: Fast fünfzig Prozent von ihnen planten damals, über zwanzig Prozent der verfügbaren Budgets ins Social Media Marketing zu verschieben.

Da lohnt es sich vielleicht, sich selbst auch etwas intensiver mit Social Media auseinanderzusetzen?
Social Media Marketing – aber warum?

1) Das Geld und die Freiheit
Klassische Medien: Mit Hilfe einer Tageszeitung haben Sie im Prinzip zwei Möglichkeiten, auf Ihr Unternehmen auf sich aufmerksam zu machen: Sie können mit Anzeigen werben und Sie können Redakteure davon überzeugen, Ihre PR-Mitteilung zu drucken.

Die Veröffentlichung von Anzeigen kostet Geld und das unabhängig von der Frage, wie viele Menschen sich die Anzeige anschließend intensiver ansehen. Die Veröffentlichung von PR-Mitteilungen kostet kein Geld. Falls der zuständige Redakteur Ihre Mitteilung allerdings für irrelevant hält, bleiben Sie auf der PR sitzen.

Social Media: Mittlerweile beginnen auch Social Media, zu bezahlende Werbung zu vermarkten: bei Twitter gibt es etwa gesponserte Tweets und bei Facebook kann man Werbeplätze buchen. Hier kann sehr genau definiert werden, wem die Werbung präsentiert wird: Als Anbieter für Babykleidung suchen Sie sich dabei vielleicht Frauen im Alter zwischen zwanzig und vierzig aus, die das Wort Baby im Profil haben. Zugleich können Sie sich bei den Kosten Ihrer Werbung für das Pay per Click (PPC) – Verfahren entscheiden. Sie zahlen also nur dann, wenn jemand bereits ein erstes Interesse an Ihrer Werbung zeigt.

Für die Botschaften, die Sie mit Social Media unters Volk bringen, müssen Sie keinen Redakteur fragen. Allerdings sollten Sie sich anstrengen, Ihre Informationen so zu verpacken, dass sie den Social Media – Nutzern nützlich, wertvoll und/oder unterhaltsam erscheinen.

2) Die Kommunikation mit Kunden
Klassische Medien: Nehmen wir den Radiospot, mit dem Sie für Ihr Produkt werben. Ohne eine intensivere Marktforschung werden Sie nicht genau erfahren, wie Hörer über Ihren Spot denken oder über Ihre Produkte und Ihr Unternehmen. Klassische Medien bieten Ihnen in der Regel eine Einbahn-Kommunikation: Das mag nur bedingt problematisch sein, wenn Verkaufszahlen nach oben schnellen. Es wird spätestens dann problematisch, wenn der Erfolg des Spots ausbleibt und Sie nach dem „warum“ fragen.

Social Media: Social Media ermöglicht Ihnen den Dialog mit dem Konsumenten. Sie können ihn fragen, was er möchte und was er von Ihren Produkten oder Dienstleistungen hält. Wenn Sie es geschickt anstellen, erhalten Sie wertvolle Antworten und können Strategien verfeinern oder auch ändern.

3) Engagement auf ausländischen Märkten
Klassische Medien: Wer klassische Medien wie Tageszeitungen nutzen möchte, um sich auf ausländischen Märkten zu etablieren, muss zunächst den Kontakt zu passenden Redaktionen aufbauen. Dieser Weg taugt in der Regel nicht dafür, das einem noch fremde Land besser kennen zu lernen, um zielgerichtet und zur Kultur passend zu kommunizieren.

Social Media: Hier reicht mitunter einfach ein weiteres kostenloses Facebook-Konto, um fortan mit den Menschen im Zielland zu kommunizieren. Tun Sie das allerdings so, dass Sie auch verstanden werden. Eine englische Seite für ein italienisches, russisches, japanisches Publikum reicht in der Regel nicht aus.

Die Kooperation mit professionellen muttersprachlichen Übersetzern sorgt dagegen dafür, dass Sie die Chance bekommen, die Inhalte Ihrer Website auf die Kultur des Ziellandes abzustimmen. Bedenken Sie jedoch, dass es nicht immer Facebook und/oder Twitter ist, auf denen sich die Menschen in fremden Ländern tummeln. Orkut heißt etwa die bevorzugte Social Media Plattform in Brasilien. In Japan ist es Mixi.jp.

Social Media über alles?
Nur noch auf Social Media zu setzen, wäre für Unternehmen wohl selten ein ratsamer Weg. Sie neben anderen Kanälen in Marketingstrategien einzubinden, um ihre speziellen Vorteile zu nutzen, funktioniert dagegen oftmals gut. Chancen sollten sich Unternehmer nicht entgehen lassen. Und
Social Media bieten viele Chancen.

Artikel verfasst von: Lingo24, internationales Übersetzungsbüro, das unter Einsatz von Online-Marketing-Strategien heute Kunden in über 60 Ländern auf vier Kontinenten erreicht.

Besten Dank für diesen informativen Gastbeitrag an Corina Marcuti.




3 Kommentare vorhanden zu “Klassische Medien und Social Media: Ein Vergleich!”

  1. Susanne sagt:

    Also ich sehe dir Sache völlig anders! Der erste Punkt ist, dass man die oben aufgeführten Vergleiche gar nicht so ohne weiteres ziehen kann! Die Beispiele, die hier gegeneinander gestellt wurden haben völlig andere Ziele und vor allem andere Zielgruppen!
    In einer Tageszeitung, in der Redakteure die Inhalte “filtern” und relevante und hochwertige Daten zusammenstellen, haben diese doch einen viel höheren Wert, als wenn jeder das schreiben kann was er möchte.

    Ein Radiospot erreicht eine völlig andere Zielgruppe, denn es gibt auch Menschen, die beruflich nichts mit Computern zu tun haben, aber beispielsweise den ganzen Tag Radio hören!

    Und in Bezug auf ausländische Märkte, finde ich es absolut empfehlenswert zuerst mit Personen aus diesem Kulturkreis in Kontakt zu treten. Denn in anderen Ländern gibt es ja bekanntlich andere Sitten und somit auch völlig andere Herangehensweisen in Bezug auf Kommunikation und Werbung.

    Ich finde Social Media gut und sinnvoll, ich denke auch dass sich der Stellenwert erhöht hat und sich auch noch weiter erhöhen wird, er wird die anderen Median aber nicht ablösen, da die Vorgehensweise eine ganz andere ist.

  2. Freitag sagt:

    “Sie können mit Anzeigen werben und Sie können Redakteure davon überzeugen, Ihre PR-Mitteilung zu drucken.”

    Hoffentlich haben Sie den zweiten Teil nicht Ernst gemeint. Eine Zeitung, welche “PR-Mitteilungen” abdruckt, sollte schnellstmöglich über eine Qualitätsprüfung nachdenken.

    Was Sie nicht sagen, Social Media-Seiten können durchaus für ein Unternehmen auch Nachteile bringen:

    - Sie stärken das (Werbe)Geschäft von jemand anderem (den Social Media-Betreibern), welcher über alle Daten Ihrer “Zielgruppe” verfügt – Sie haben als Unternehmen selbst keine oder wesentlich weniger Informationen
    - Sie zahlen in Zukunft immer mehr Geld für Werbung und an sogenannte Berater in sozialen Netzwerken, denn Sie sind abhängig geworden
    - Sie gehen mit ihren Informationen unter in einer Flut von “PR-Tweets” sonstigen werblichen Textversuchen ihrer Konkurrenten
    - die Validität von Informationen wird über die Kanäle “Social Web” nicht geprüft (Gerüchteküche)
    - Es fehlt der “Status” oder das “Image” des Mediums in welchem Sie werben
    - Sie können Opfer von gezielten Desinformationskampagnen eines Konkurrenten werden (und haben zur Zeit bei Twitter keine Chance, Twitter dabei zum Einschreiten zu bewegen)

    Ihr Fazit am Ende stimmt. Ob dafür jedoch “Beratung” notwendig ist, eine Plattform wie bsw. Facebook mit Informationen zu versorgen, bleibt fraglich.

  3. Im Artikel wird doch beschrieben, dass es letztlich kein “entweder oder” bei der Mediennutzung gibt! Das gilt für mich auch beim Versuch, sich online auf ausländischen Märkten zu etablieren. In bezug auf Social Media ist für mich der Dialog entscheidend, der durch Social Media möglich wird und den so kein anderes Medium bietet. Näher an den Markt kommt man wohl tatsächlich nicht ran. Das bedeutet nicht, sich grudnsätzlich für Social Media und etwa gegen Radiowerbbung zu entscheiden, sondern sinnvoll auszuwählen, wann welches Medium seine Vorteile ausspielen kann.

    “Ihr Fazit am Ende stimmt. Ob dafür jedoch “Beratung” notwendig ist, eine Plattform wie bsw. Facebook mit Informationen zu versorgen, bleibt fraglich.” (Zitat: Freitag)

    Ich denke, beim Versuch, mit Hilfe von Facebook auf ausländischen Märkten Fuß zu fassen, ist sie notwendig. Sie trägt aus meiner Sicht beispielsweise dazu bei, die “richtigen” Informationen für eine Veröffentlichung auszuwählen. Und das müssen keineswegs die Informationen sein, die für deutsche Facebook-Nutzer richtig wären. Es gibt einen ganzen Markt für “Interkulturelle Kommunikation” mit Seminaren für Menschen, die im Ausland arbeiten, weil einfach schwerwiegende fehler möglich sind. Ein Facebook-Konto in einer ausländischen Sprache ist auch eine Form der interkulturellen kommunikation.

    Was die PR-Mitteilungen angeht: Ich schreibe regelmäßig für ein DSL-Forum (keine Bange, das hier wird keine Werbung) und recherchiere dafür News. Da stoße ich dann beispielsweise auf Artikel in Onlineausgaben von Zeitungen und schaue mir anschließend die PR-Mitteilung des Anbieters an, die dem Artikel zugrunde liegt. Viel Eigenleistung vom jeweiligen Redakteur kann man da nicht immer erkennen. Die Unterschiede sind bisweilen nicht allzu groß.




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