Diese wichtige Frage und andere Fragen zum Thema Social Media beantwortet der Social Media Berater Thomas Pfeiffer von den Webevangelisten in einem Video-Interview. Um vorweg die Spannung zu nehmen: Die Antwort lautet Nein…
Auf Twitter ist er unter den Namen @codeispoetry zu finden und sollte in eurer Liste nicht fehlen.
1. Frage: Hallo Herr Korten, bitte stellen Sie sich und die GLS Bank kurz den Lesern vor.
Die GLS Bank ist die erste und größte sozial-ökologische Bank Deutschlands. Bereits seit 1974 verbinden wir professionelles Bankgeschäft mit einer konsequent nachhaltigen und vor allem transparenten Mittelverwendung.
In einem kleinen Team – bestehend aus drei Personen aus Öffentlichkeitsarbeit, Marketing und Vertrieb – sind wir verantwortlich für die Web 2.0-Aktivitäten der GLS Bank. Ich selbst leite den Bereich Online-Vertrieb und Vertriebsprozessmanagement des Hauses.
2. Frage: Die GLS Bank war die erste deutsche Bank, die Ihre Kommunikation durch einen Twitter-Account erweitert hat. Wie war damals das Feedback der User? Wie machten Sie Ihre Kunden auf den GLS-Twitter Account aufmerksam?
Das Feedback der User war und ist durchweg positiv. Unser Stream hat sich seither zu einer Plattform des Informationsaustauschs und vor allem des Dialogs entwickelt. Auch Anregungen oder Verbesserungsvorschlöge, die uns via Twitter erreichen, greifen wir gerne auf. Im Kundenkreis haben wir unseren twitter-Account bisher noch nicht aktiv beworben.
Eine Integration von Internetseite, Blog und Twitter-Account ist jedoch für das kommende Jahr geplant.
3. Frage: Wie kam damals der Schritt zu einem eigenen Unternehmensblog und die Kommunikation über Twitter? Wurde das Projekt am Anfang intern positiv bewertet oder musste viel Überzeugungsarbeit geleistet werden?
Das Projekt wurde von Beginn an positiv begleitet. Ohne die Rückendeckung und das Vertrauen des Managements im Haus wäre ein solcher Schritt sicher nicht möglich gewesen.
Die transparente und offene Kommunikation im Web 2.0 ist eine konsequente Fortsetzung unserer ohnehin transparenten Geschäftspolitik. Es war für uns ein logischer Schritt, die “neuen” Medien zu nutzen.
Wie bereits am Freitag angekündigt, beginnt heute die neue Interview-Serie im Blog. In einem 14-Tage Rhytmus werden Personen aus den unterschiedlichsten Bereichen interviewt.
Den Anfang macht Volker Gaßner von Greenpeace Deutschland, der uns ein Blick hinter den Kulissen gewährt.
In unserem Interview gibt er Antworten wie Greepeace Deutschland von den Web 2.0 Tools profitiert und welchen Stellenwert die neuen Kanäle in der Unternehmenskommunikation und -planung haben.
An dieser Stelle möchte ich mich beim Herrn Gaßner für das nette Interview und seine Zeit für die Beantwortung der Fragen bedanken.
01. Hallo Herr Gaßner, stellen Sie sich bitte den Lesern kurz vor und beschreiben Sie Ihre Tätigkeit bei Greenpeace Deutschland.
In der Greenpeace-Zentrale in Hamburg arbeite ich seit dem Jahr 2000. Kennengelernt habe ich die Organisation davor in zehn Jahren ehrenamtlicher Arbeit in den Greenpeace-Gruppen Frankfurt und Marburg.
In meiner Zeit als Kampaigner habe ich Strategien für die Einbindung unserer Ehrenamtlichen Aktivisten in die Kampagnenarbeit entwickelt und durchgeführt, aber auch Kampagnen wie de Kampagne Müllermilch = Genmilch und die Jugendkampagne SolarGeneration geleitet.
Seit Januar 2008 verantworte ich den Teilbereich Presse, Recherche und Neue Medien.
02. Greenpeace twittert sehr erfolgreich, ist auf Facebook mit über 1.600 Fans der deutschen Greenpeace Fan-Page vertreten und betreibt diverse Themen-Blogs. Musste am Anfang viel Überzeugungsarbeit in der Greenpeace-Zentrale geleistet werden, um sich für die verschiedenen Kommunikationskanäle zu öffnen?
In der Strategie waren wir uns schnell einig, dass das Internet für unsere zukünftige Kommunikation eine stärkere Rolle spielen muss. Alleine schon um die jüngeren Zielgruppen zu erreichen, deren Medienkonsum praktisch komplett im Web stattfindet.
Wichtig war und ist, dass die Geschäftsführung voll hinter unserer Internet-Strategie steht und sie stützt. So wurde auch unser Vorschlag eine offene Community zu entwickeln sehr schnell angenommen und unterstützt. Aber für viele Kollegen stellen die neuen Kommunikationskanäle auch eine enorme Herausforderung an ihr Ressourcen- und Zeitmanagement dar.
Wir fahren unsere etablierten Kommunikationskanäle bisher auch sehr erfolgreich weiter und bedienen zusätzlich unsere eigenen sowie die externen Angebote im Web z.B. bei Facebook, YouTube oder Twitter. 03. Die neuen Kommunikationskanäle sind gerade in der Anfangszeit sehr zeitintensiv. Wie wurde der Aufwand intern bewältigt?
Wir haben unser Team vor allem in den Phasen der Konzepterstellung verstärkt. Wir verfolgen den Ansatz, dass die Kommunikation im Bereich Social Media auch von unseren Kampaignern übernommen wird.
So bloggt beispielsweise unsere Kollegin und Meeresexpertin Iris Menn über ihre wissenschaftliche Arktis-Reise auf dem Greenpeace-Schiff Esperanza . Aber auch unsere KollegInnen aus dem Briefcenter schreiben neuerdings im Greenpeace-Blog und beschreiben sehr charmant einen Aspekt der Greenpeace-Arbeit, den die Öffentlichkeit wenig kennt.
04. Haben die Web 2.0 Kommunikationen die Arbeiten bei Greenpeace in Form von Öffentlichkeitsarbeit und Kampagnen stark verändert?
Bisher haben sie unsere Arbeit nicht stark verändert. Aber ihr Einfluss nimmt zu. Heute bekommen wir z.B. über Twitter in kürzester Zeit ein ungefiltertes Feedback zu unseren Aktionen und unserer Informationsarbeit.