Von der Kommunikationsabteilung von Greepeace können sich einige Marketing-Strategen eine Menge abschauen.
Über die Social Media Kampagne gegen Nestlé wurde bereits hier im Blog berichtet. Greenpeace hat die Social Media Kampagne mit einer typischen Guerellia Aktion verstärkt, natürlich mit weiteren Social Media Ansätze in Form einer interaktiven Twitter-Wall.
Greenpeace hat einen Truck inkl. Leinwand für 12 Std. gemietet und vor der Nestlé Zentrale in Frankfurt abgestellt. Unterstützend wurde im Blog, in Social Networks und per Twitter auf diese Aktion aufmerksam gemacht.
Auf dieser Leinwand wurde eine Twitter-Wall abgebildet, wo alle Tweets mit dem Hashtag #nestle angezeigt wurde. In nur 12 Stunden wurden insgesamt 2.226 Tweets veröffentlicht. Die Twitter-Wall ist auch der Truck-Aktion noch auf der Greenpeace-Plattform “Greenaction” verfügbar.
Greenpeace hat es mal wieder verstanden, die Proteste der Öffentlichkeit auch multimedial perfekt in Szene zu setzen. Weiter so!
Mitte März 2010 konnte man bereits im Fachblatt W&V über den Relaunch der Website für die Traditionsmarke Franziskaner Weissbier nachlesen. Im Artikel wurde auch eine Social-Media-Kampagne von der Münchener Agentur Coma erwähnt, was unter anderem ein Online-Game auf Facebook und ein Video-Wettbewerb auf YouTube beinhalten soll.
Die Artikel-Überschrift fiel sehr vielversprechend aus: “Franziskaner lässt sich bei Facebook nieder” – Grund genug, einen Monat später mal hinter den Schlagzeilen zu blicken.
Relaunch Website
Abgesehen von der Tatsache, dass es sich um eine Full-Flash Website handelt (was ich in diesem Fall als nicht notwendig einstufe), ist kein Einsatz der Social-Media-Kampagne auf der Website erkennbar. Lediglich unten rechts sind zwei eingefärbte Facebook- und Twitter-Icons zu erkennen. Wer jetzt hier denkt, dass es eine Verlinkung zum jeweiligen Profil ist, liegt total falsch. Die Icons geben die Möglichkeit, die aktuell aufgerufene Seite auf Facebook oder Twitter zu posten.
Social Media Maßnahmen
Nach einem Monat sind erst knapp über 160 Fans auf der Facebook-Page eingetragen. Warum so wenig, bei so einer starken Marke? Die Antwort liegt beim Betrachten der Website auf der Hand: Es findet keine Vernetzung der verschiedenen Plattformen statt.
Die ersten Ansätze sind nicht schlecht: Die Fan-Page wird regelmässig redaktionell gefüllt. Die Beiträge sind auch nicht zu lang und verlinken oft auf die Website. Das Profil der Fan-Page ist ebenso ausführlich beschrieben. Die Videos hätte man zusammen mit einem YouTube-Channel vernetzen können bzw. mit dem kostenlosen Facebook-App von Involver integrieren können. Die eingestellten Wallpaper könnte man auch komfortabler lösen. Wie es geht, zeigt zum Beispiel die Brauerei Veltins auf Ihrer Fan-Page.
Für weitere Werbezwecke empfiehlt sich hierbei auch die Einrichtigung einer Vanity-URL. Bei über 160 Fans ist die Funktion derzeit schon verfügbar.
Abschließend muss man sich aber die Frage stellen, ob eine “Social-Media-Kampagne” nur aus einer Facebook-Page besteht? Warum wurde kein YouTube-Channel, im eigenen Branding, erstellt? Wo ist der Twitter-Account? Ist noch ein Franziskaner-Blog für den Dialog auf Augenhöhe geplant? Warum hat die Fan-Page noch keine eigene Reiter, mit individuellen Inhalte?
Fragen über Fragen… die uns hoffentlich Franzsikaner in der nächsten Zeit beanwortet wird.
Zum Schluß muss ich noch hinzufügen, dass die Überschrift auf der W&V Plattform “ein wenig” zu großspurig war…
Greenpeace gilt im Social Media Umfeld als aktives Vorzeigeunternehmen und betreibt seit Jahren erfolgreich diverse Kampagnen-Blogs. Die im Sommer 09 in Deutschland gestartete “Mit mach Plattform” GreenAction zeigt deutlich die Strategie von Greenpeace: Nutzer einbeziehen und als Multiplikator nutzen.
Nestlé (größter Lebensmittelkonzern, u.a. Marken wie KitKat, Danone, etc.) bezieht große Mengen Palmöl von der Firma Sinar Mas, die für ihre Plantagen großflächig Regenwälder vernichtet. Damit trägt Nestlé eine erhebliche Mitschuld an der Ausrottung der Orang-Utans.
Greenpeace wollte auf diese Vorwürfe in Form einer viralen Kampagne, an Anlehnung an die KitKat Werbung, “Need a Break? So does the rainforest!” aufmerksam machen und stellte ein Clip auf YouTube UK ein. Die Reaktion von Nestlé war falsch gewählt gewählt: Sie kontaktierten YouTube bzgl. Copyright Verletzungen und veranlassten die Löschung. Natürlich war es im Zeitalter der schnelle Informationsverteilung via Facebook, Twitter und Blogs mit diesem Schritt nicht getan und das Video wurde aufgrund diverser Blogbeiträge über die Löschung danach noch schneller verbreitet. Mehrere Käufer-Boykotts waren die Folge und natürlich auch eine weltweite negative Berichterstattung.
Fairerweise muss man zugeben, dass es für ein Unternehmen sehr schwer ist, “richtig” auf ein Greenpeace Angriff zu reagieren.
Die Facebook Fanpage von KitKat und von Nestlé wurden von Greenpace bzw. Sympathisanten “angegriffen”. Mit Kommentare auf der jeweiligen Pinnwand wurde auf die Aktion und auf die Reaktion von Nestlé aufmerksam gemacht. Hinter dem Kommentar, ist ein Profilbild mit der Aufschrift “Nestlé Killer” im Look & Feel der Marke KitKat sichtbar. (weiterlesen…)
TOYOTA hat binnen weniger Monate, aufgrund einer weltweit angelegten Rückrufaktion, den größten Reputationsverlust der Konzerngeschichte erlitten. In den USA werden die Bürger von der Politik aufgefordert, kein PKW der Marke TOYOTA zu kaufen und auch in Deutschland gingen die Neuzulassungen gegenüber dem Vorjahr deutlich zurück.
TOYOTA geht zum Gegenangriff über und sucht den Kunden-Dialog im Social Media Umfeld.
Zusammen mit dem Twitter-Dienst Tweetme, wurde der Tweet-Kanal “TOYOTA Conversations” veröffentlicht.
TOYOTA Conversations informiert die Kunden über Neuigkeiten angesichts der Rückruf-Aktionen und veröffentlicht Nachrichten, die über Twitter verbreitet werden.
Der Kanal ist eine Mischung aus Social Media Newsroom und Twitter-Wall. Schlechter Beigeschmack: Über TweetMeme hat TOYOTA jederzeit die Möglichkeit, die kritischen Tweets zu filtern und zu löschen.
Darüber hinaus wird im TOYOTA Recall Newsroom Videos und Hintergrundinformationen, sowie eine kostenlose Hotline präsentiert.
Die Soldaten der “Friedenstruppe” ISAF stehen ständig im Kreuzfeuer der Medien. Daher wurde jetzt eine einmalige Medienoffensive gestartet, um den Einsatz in Afghanistan (unabhängig?) zu dokumentieren: “30 days through Afghanistan“.
Die ISAF-Soldaten Nathan Gallahan und Ken Raimondi reisen 30 Tage durch Afghanistan.
Im Blog wird täglich über die Begegnung zwischen Afghanen und den beiden Amerikanern berichtet. Im Video-Blog wird darüber hinaus die Eindrücke noch per Video festgehalten, was ein sehr authentisches Bild wiederspiegelt.
Die Beiträge werden gut angenommen und kommentiert. Leider werden die Social Networks, wie Twitter und Facebook oder Flickr für die Fotos, nicht in Anspruch genommen.
Die Frage bleibt hier offen, ob hier der direkte Dialog gescheut wird oder ob es andere Gründe gibt.
Der koreanische Konzern SAMSUNG geht mit der Produktvorstellung seiner neuen Digitalkamera-Modelle ST1000 und ST500 neue Wege.
Die Grundaussage der neuen ST1000 – dass es die weltweit erste und einzige Digitalkamera, die sich via WiFi direkt mit Plattformen wie facebook, flickr, youtube & co verbindet, aber dennoch kinder- oder eben „affenleicht“ zu bedienen ist – hat SAMSUNG Austria in einer außergewöhnlichen Social Media Kampagne transportiert.
Als Testimonial wurde die Affendame Nonja aus dem Tiergarten Schönbrunn in Österreich gewählt. Nonja fotografiert selbständig und ohne fremder Hilfe anhand der ausgewählten Kameras Fotos aus dem Affenalltag.
Als erster Orang-Utan der Welt veröffentlicht Sie mit Hilfe der Samsung-Technologie anschließend die Fotos auf facebook, Youtube & Flickr und Co.
Die Facebook-Fanpage wird optimal als Kommunikationskanal genutzt:
Seit Dezember 2009 sind bereits über 84.128 Fans auf Facebook registriert. Nonja’s Facebook-Fotoserie wurde im Januar vom Tiergarten Schönbrunn über eBay veräußert und konnten Preise zwischen 30 und 360 Euro erzielen.
Natürlich wurde der Verlauf der Auktion auf Facebook kommentiert. Durch den Einsatz individueller Reiter im Facebook-Profil wurde auf die eBay-Auktion ideal mit einer eigenen Microsite beworben.
Bacardi Deutschland setzt mit der im Dezember gestarteten Werbekampage erstmalig auf das Social Web.
Die erste Frage die sich stellt: Warum so spät?
In der Zeit vom 1. Dezember 2009 bis zum 12. Januar 2010 wurden Teams aus jeweils zehn Freunden über die offizielle Website und dem YouTube-Channel aufgefordert, gemeinsam insgesamt vier Filme zu drehen und zu veröffentlichen.
Die Gewinner wurden aufgrund der Views ermittelt. Fragwürdige Methode und nicht wirklich “Web 2.0″.
Der eigens dafür eingerichtete YouTube-Channel wurde im Branding der Kampagne optisch sehr gut umgesetzt.
Ein attraktiver Preis sollte die Bereitschaft der User wecken:
Die Gewinner durften eine Woche auf einer Yacht durch die Karibik reisen – inklusive Bordpersonal und Party-Besuch auf einer eigenen Insel.
Die PR und Social Media Strategie übernahm die renommierte Kommunikationsagentur fischerAppelt aus Hamburg.
Folgende Fehler wurden aus meiner Sicht gemacht:
Es handelt sich hierbei nicht um eine Social Media Strategie, sondern lediglich um ein Filmwettbewerb, der YouTube als Plattform nutzt. Eine Social Media Strategie würde auch andere Kanäle, wie z .B. Twitter und Facebook innerhalb der Kampagne mit einbeziehen.
Warum wurde die Chance nicht genutzt, die Reichweite durch Twitter & Co. deutlich zu erhöhen und auch langfristig einen Dialog zu schaffen?
Die Hürde für die Teilnahme war schlichtweg zu hoch, auch wenn der Preis attraktiv war. Die eigentliche Aufgabe, nämlich 10 Teilnehmer zu mobilisieren und 4 Video-Clips erstellen, ist ein großer Bestandteil des scheiterns.
Das Gewinnervideo wird anhand der Views auf YouTube ermittelt. Ist das der Sinn von User generated Content? Warum wurden die Clips von der Community nicht bewertet und ermittelt? Was sagen Views schon aus? Ein Brückenschlag zu anderen Social Networks fehlte hierbei gänzlich.
Zum 20-jährigen Jubiläum der deutschen Wiedervereinigung gab es eine eigens dafür eingerichtete dreisprachige Twitterwall. Die Berlintwitterwall stand im Zentrum der Feierlichkeiten zum 20-jährigen Jubiläum des Berliner Mauerfalls als Teil einer großen Social-Media-Aktion.
Die Berlintwitterwall lief vom 20. Oktober bis zum 15. November 2009. Initiiert wurde die Aktion von der Kulturprojekte Berlin GmbH und von der construktiv GmbH technisch umgesetzt. Auf Berlintwitterwall.com konnten sich Twitter-Nutzer mit ihren Gedanken zum Mauerfall oder einem Wunsch für die Zukunft auf der virtuellen „Berlinwall“ verewigen.
Eine Mauer die Sinn machte! Vor 20 Jahren gab es noch nicht mal flächendeckend ein FAX-Gerät. An dieser Tatsache kann man den technischen Fortschritt der letzten Jahre verdeutlichen.
IKEA ist bekannt durch das simple. Dieses Prinzip hat die schwedische Möbelmarke auch auf Facebook übertragen. Die Marke IKEA hat sich mit wenig finanziellen Mitteln eine große Aufmerksamkeit verschafft. Natürlich muss man kritisch hinzufügen, dass der Erfolg ein Großteil auf das bereits vorhandene Markenimage aufbaut.
IKEA hat, anders als andere Marken zuvor, nicht aufwendige Facebook-Applikationen erstellen lassen, sondern sich an die vorhandenen Funktionen bedient. Die beliebteste Facebook Funktion ist die Markierungs-Funktion – wo man Freunde und sich selber auf Fotos markieren kann.
Bevor es zu ausführlich wird, seht einfach selbst nach:
Der Schauspieler Michael Jäger, bekannt u.a. aus den TV-Serien Marienhof, Forsthaus Falkenau und SOKO5113 hat ein ehrgeiziges Ziel: Er möchte Tatort-Kommissar werden!
Die Kult-Sendung auf ARD sucht ein neues Ermittler-Duo für das Rhein-Main Gebiet. Nach eigenen Aussagen hat er das Ziel, als Tatort-Kommissar arbeiten zu wollen, seit er mit der Schauspielerei angefangen hat. Seine Bemühungen sind vielfältig und er hat Biss: Seit September versucht er sein Ziel zu erreichen.
Im Stern.de-Interview sagte Liane Jessen (Fernsehspielchefin des Hessischen Rundfunks): “Ich bin begeistert über jeden originellen Vorschlag. Ich könnte mir auch vorstellen, Grönemeyer zu besetzen. Oder einen Kabarettisten.” Warum in die Ferne schweifen, wenn die Lösung so nah ist: Michael Jäger ist kreativ und bewirbt seine Bewerbung auf unkonventionelle Art und Weise.
Er schreibt seine Kontakte über XING an, eröffnet eine Fanpage bei den Social Networks Facebook und eine Gruppe bei den Lokalisten. Via Twitter, unterrichtet er täglich seinen 1.500 Follower über den aktuellen Stand und nutzt auch sonst Twitter sehr aktiv. Damit aber nicht genug! Er drehte ein Bewerbungsclip, mit direkter Ansprache an Liane Jessen und verbreitete diesen auf YouTube. In seinem YouTube-Channel veröffentlicht er regelmässig Unterstützer-Videos und Interviews.