Viele Unternehmen haben Ihre Weihnachts-Aktionen, die früher vorwiegend in Form von Adventskalendern auf der eigenen Website umgesetzt wurde, auf verschiedene Social Media Plattformen verlagert.
Herr Bohne und Twitter
Die in Hamburg ansässige Social Media Agentur beepop media hat für Tchibo dieses Jahr mit Hilfe von Twitter eine Weihnachtsaktion gestartet.
Auf der Microsite Tchibo Twittmas können die User Weihnachtsgrüße an andere Twitter-Kontakte senden, die das hausinterne “Maskottchen” Herr Bohne dann stellvertretend in Form einer Grußkarte überbringt.
Die Grußkarte ist schön gestaltet und eine dezente Hintergrundmusik stimmt auf Weihnachten ein. Durch die Auswahl des Kanals Twitter ist die Viralität der Aktion gegeben, allerdings könnte die Autorisierung der Applikation in Zeiten von Datenschutz und Sicherheitsdiskussionen zu einem vorzeitigen Abbruch der Aktion durch den User führen. Eine kurze Erklärung auf der Microsite wäre hilfreich gewesen.
Konzeptionell wurde die Generierung von Newsletterabonnenten Twitter-Follower für den eigenen Tchibo Presse-Channel sehr geschickt gelöst: Bei der Erstellung der Grußkarte ist automatisch ein Häkchen gesetzt, ob man die News vom Presse-Channel abonnieren möchte. Inwiefern diese Vorgehensweise rechtlich bedenklich ist, wird in den nächsten Monaten sicherlich noch an der einen oder anderen Stelle diskutiert.
Twitter und die Zielgruppe B2B: Xerox zeigt wie es geht! Der Spezialist für Druckmaschinen Xerox, hat für die deutsche Zielgruppe dieses Jahr ebenfalls Twitter als Kanal ausgewählt. Die Aktion wird durch das Apple iPad als attraktiven Hauptgewinn verstärkt.
Ab dem 01.12. wurde jeden Tag ein Adventskalendertürchen in Form eines Tweets für die Kunden und Interessenten geöffnet. Um eine direkte Zielgruppenansprache zu ermöglichen, wurde in jedem Adventstweet eine Frage speziell zu Produkten oder über das Unternehmen gestellt.
Die Lösung konnten die Follower per Tweet an @xerox_de mit dem Hashtag #xeroxxmas. Am darauf folgenden Tag wurde die Lösung und der Tagesgewinner – natürlich per Twitter – bekannt gegeben.
Durch den Einsatz eines speziellen Hashtags kann die Reichweite der Aktion später einfach getrackt werden.
Große Unternehmen nutzen Social Media in ihrer Kommunikation, um näher am Kunden zu sein. In den letzten Jahren hat sich Crowdsourcing als Instrument für die Mitarbeit der Kunden und der Nähe zur Marke etabliert.
Nicht nur US-Konzerne wie DELL oder IBM setzen auf das Know-How ihrer Kunden für die Produktentwicklung, auch deutsche Unternehmen wie Tchibo oder o2 setzen auf Crowdsourcing.
Crowdsourcing bzw. Schwarmauslagerung bezeichnet im Gegensatz zum Outsourcing nicht die Auslagerung von Unternehmensaufgaben und -strukturen an Drittunternehmen, sondern die Auslagerung auf die Intelligenz und die Arbeitskraft einer Masse von Freizeitarbeitern im Internet. Eine Schar von Experten und Dienstleistern generiert Inhalte, löst diverse Aufgaben und Probleme oder ist an Forschungs- und Entwicklungsprojekten beteiligt. Quelle: Wikipedia
Der Kunde steht hierbei im Mittelpunkt:
Er ist Erfinder, Produktmanager und Jury in einer Person. Durch seine Meinung und Untersützung kann er den Erfolg der Marke mitbestimmen.
Der Telekommunikationsanbieter o2 geht ein Schritt weiter:
Den ersten Schritt ging o2 mit der eigenen Crowdsourcing-Plattform “IdeaExchange”. Auf dieser Plattform können Kunden ihre Ideen einstellen, dafür werben und andere Ideen bewerten.
Im Bereich “Ideen in Aktion” kann der Kunde die aktuellen Ideen, die o2 momentan auf eine mögliche Umsetzung prüft, transparent nachlesen.
Natürlich werden die Produkte nicht “nur” über Crowdsourcing entwickelt. Strategen, Produktmanager und andere Spezialisten entwickeln gemeinsam neue Tarife und Ideen für die Kundenbindung.
Ein Produkt wird oftmals monatelang am runden Tisch entwickelt, entschieden und umgesetzt. Was aber, wenn das Produkt nicht angenommen wird?
Die Lösung: Kunden stimmen über Ideen aus der Produktentwicklung ab!
Im o2-eigenen Ideenlabor (aktuell im BETA-Status) werden die Ideen aus der Produktentwicklung eingestellt und vom Kunden transparent bewertet.
Die Bewertung der Idee ist zeitlich befristet und wird nach Ablauf der Frist mit einer Prämie unterstützt.
Interessant ist zu sehen, dass die Anzahl der Bewertungen nicht von der jeweiligen Prämie abhängig sind, sondern vielmehr vom Inhalt der Frage.
Was haltet ihr vom o2-Beispiel? Ist dies die Zukunft im Crowdsourcing? Kennt ihr weitere Beispiele?
Posted by Marcel Schler on 03 Okt 2011 under Google | 0 Comments
Im Schatten der kürzlich angekündigten gravierenden Änderungen Facebooks die in den letzten Tagen aus den Medien mit Schlagwörtern wie „Timeline“ oder „Open Graph“ nicht mehr heraus zu denken sind, zeichnet sich eine weitere Erfolgsgeschichte ab.
Google+ hat bereits in den ersten zwei Tagen seit Öffnung für die Allgemeinheit vor einer Woche eine Besuchersteigerung von rund 30 % erfahren. Schon in der Entwicklungsphase konnte Googles soziales Netzwerk in nur wenigen Wochen über 20 Millionen Nutzer anlocken (Zum Vergleich Facebook brauchte für die gleiche Nutzerzahl rund 3 Jahre). Doch wurden die ersten Google Plus User schnell als „Geeks“ und Technikfreaks gebrandmarkt. Im Fachjargon des Marketers allerdings wird dieser Personenkreis schmeichelnd als „Innovatoren“ bezeichnet, nämlich diese die Neuerungen als erste gegenübertreten wollen und auch gerne horrende Summen in Kauf nehmen (oft zu sehen während Apple-Neuvorstellungen). Bestätigt wird dies durch die nur schwach ansteigenden Besucherzahlen im weiteren Verlauf. Doch mit der Freigabe der öffentlichen Nutzung, konnte der erste Besucheransturm vor gut 3 Monaten, nochmals klar getoppt werden.
Die positive Presse die Google Plus bereits gesammelt hat, welche nach mehreren Misslungenen Versuchen des Suchmaschinenriesen im social networking Fuß zu fassen, nicht unbedingt zu erwarten war, tut sein übriges daran Nutzer anzulocken. Große Chancen weitere für sich zu gewinnen sieht Google vermutlich in den neusten Änderungen Facebooks, dies lässt eventuell auch erklären warum die allgemeine Freigabe für die Anmeldung auf den gleichen Tag fiel wie die Bekanntgabe des Redesigns Facebooks.
Eines bleibt klar, Google wackelt zunehmend am sozialen Thron des blauen Riesen und wartet zudem mit sauberem Design, hilfreichen Features und geht nun vermehrt sorgfältig mit Datenschutzfragen um. Facebook hingegen sah sich weit verbreiteten Unmut gegenüber. Zu nennen wären hier beispielsweise nur die oft willkürlichen Änderungen welche meist ohne Kenntnis der Nutzer durchgeführt wurden. Auch die Datenschutzoptionen sind bereits zu Gunsten von Facebook voreingestellt und lassen sich nur sehr umständlich deaktivieren.
Wird die “kritische Masse” erreicht?
Ob Googles kritische Masse erreicht werden kann bleibt abzuwarten. Die Voraussetzungen wären auf jeden Fall vorhanden, doch bergen Facebooks neueste Innovationen durchaus viele Möglichkeiten sich darzustellen, dies gilt für private Nutzer aber auch im besonderen Maße für Werbetreibende. Diese dringen neben dem SEO und dem SEM, mittels sozialen Netzwerken immer weiter in das SMO (social media optimization) vor, sodass es abzuwarten gilt wie sich die zwei ärgsten Kontrahenten angesichts steigenden Drucks gemeinsam entwickeln.
Der Beitrag wurde freundlicherweise von Michael aus dem twago-Team bereit gestellt. twago ist ein Portal, welches hochwertige Dienstleistungen aus der Medien-Branche weltweit über das Internet vermittelt.
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Der Berliner Architekt Le Van Bo hat Selbstbaumöbel entwickelt, die für die typische 21 Quadratmeter, 1-Raum Wohnung nach WBS-70 geeignet waren. Sein Ziel war eine maximale Lebensqualität und moderne Einrichtungen auf minimalem Wohnraum zu schaffen.
Le Van Bo wollte seine modulartige Wohnform auf dem internationalen Designfestival DMY vom 1. bis 5. Juni in Berlin präsentieren.
Für das Material, was er für den Messestand und den Bau der Möbel benötigte, wurden ca. 3.000 Euro benötigt. Le Van Bo hat das Projekt mittels Crowdfunding durch viele einzelne Personen finanzieren lassen.
In der Tat wurden 5.252,10 Euro gespendet und das Projekt konnte mit 175% finanziert werden. Ein internationales Medienecho gab es für den jungen Architekten gratis dazu.
In mehreren selbst gedrehten Videos hat der Architekt sein Projekt erklärt und auch das Endergebnis bekannt gegeben. Auf der Crowdfunding-Plattform Startnext.de hat er in regelmäßigen Blogbeiträgen die Crowd (Masse) vom Zwischenstand unterrichtet und den Projekt-Unterstützern mit verschiedenen Dingen (Poster, Baukurse, Tickets, etc.) zum spenden animiert.
Am Ende haben weltweit über 1.700 Menschen die kostenlosen Baupläne angefordert.
Customer Relationship Management… was für ein Wort! Leider wird die Kundenbeziehung von Unternehmen zum Kunden erst wieder ins Leben gerufen, wenn eine Reklamation oder eine Kündigung vorliegt.
Wie begeistert man dem “verwöhnten” Kunden? Die Zauberformel ist mit einem Wort schnell erklärt: Service!
Die Airline KLM hat es Anfang des Jahres mit einer beispielslosen Social Media / CRM-Kampagne vorgemacht:
KLM analysierte die Tweets und Facebook Einträge seiner Fluggäste, die gerade aktuell einen Zwischenstop einlegen und überraschte anschließend die Kunden noch am Flughafen mit einem kleinen individuellen Geschenk.
Natürlich ist die Aktion nur mit einem großen Zeit- und Personalaufwand realisierbar und nicht dauerhaft umsetzbar. Denn noch zeigt die Aktion von KLM ganz deutlich, dass die Idee bzw. der Kunde im Vordergrund jeder Aktion stehen muss.
Im Juli veröffentlichten die Agenturen Zucker und pilot den “Trendreport Juli 2011: Facebook, Marken & TV in Deutschland”. Die Studie untersucht die Facebook-Auftritte der Top100-Werbespender-Marken auf ihre Interaktions- und Dialogmöglichkeiten.
Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich, dass es für Marken nicht ausreicht, eine Facebook Fanpage zu besitzen. Die Marke muss Facebook als Interaktions- /Dialogplattform sehen und dementsprechend auch intern die Strukturen (beispielsweise Erstellung eines Themenplans für Facebook) schaffen.
Wie Fans sind auch auf Facebook sehr wählerisch und agieren nicht direkt mit der Markenpage. Das beweist die rückläufige Interaktionsrate von 1,5 % gegenüber im Vorjahr 2010 von 4,3 %.
Posted by Marcel Schler on 10 Jul 2011 under Google | 2 Comments
Nach Google Wave versucht Google einen neuen Angriff auf Facebook und einen Social Media Einstieg. Ich war in den ersten Tagen sehr skeptisch, allerdings gibt es schon erste Erfolge im Bezug auf die Reichweite: Das Google+ Plug-In wurde öfters in Websites integriert, als das Plug-In von Twitter. Das bedeutet, dass der Dienst sehr ernst genommen wird und die Experimentierfreude bei Portalbetreibern zugenommen hat.
Das Pro7-Magazin Galileo erklärt Google+ in 100 sekündigen Video. Das Video richtet sich an Neulinge und nicht an Social Media Profis. Natürlich sind auch kleine Fehler im Video enthalten (“Die App befindet sich im Zulassungsprozess” – obwohl es eine App für Android bereits gibt), aber für den ersten Einstieg ist es sicherlich hilfreich.
Eine Symphonie in 3 Akten. Das die Agenturen, vorwiegend in Hamburg, sich gegenseitig nichts schenken und eigene Kampagnen für das Recruiting neuer Mitarbeiter veröffentlichen, ist nichts Neues. Es wird eine Pizza mit QR-Code an Mitarbeiter anderer Agenturen verschickt oder Jobangebote via Facebook Places nach dem Check-In.
Jetzt haben die Agenturen ein neues Spielfeld für die kleinen, oftmals humorvollen, Machtkämpfchen entdeckt: Social Media!
Die Berliner Dependance der Hamburger Werbeagentur Kemper Trautmann hat das Problem, dass die Straßenmusikanten in Berlin keine Rücksicht auf die kreativen Prozesse innerhalb der Agentur nehmen. Warum auch? Was tun? Man mobilisiert die über 1.000 Fans auf Facebook und lässt über den neuen Spielort der Straßenmusikanten abstimmen.
Zur Auswahl standen keineswegs Gewerbegebiete oder ein dunkler Keller, sondern bekannte Namen wie Scholz & Friends, Saatchi & Saatchi, TBWA oder Aimaq & Stolle. Ein Clip auf YouTube hat den viralen Effekt zusätzlich unterstützt.
Auf der Facebook Fanpage konnte dann die Community voten, welche Agentur die Straßenmusikanten für einen Tag “an der Backe” oder besser gesagt vor der Haustür haben.
Die kreativen Agenturen sind keineswegs besser als kleine Kinder: So Du mir, so ich Dir! Die Antwort von Scholz & Friends lies nicht lange auf sich warten. Ein Bild mit Ohrenstöpsel auf der Scholz & Friends Fanpage mit dem netten Untertitel: “Liebe Kollegen von kempertrautmann! Ruhig bleiben, Hilfe ist unterwegs.”
Runde Drei ging wieder an kempertrautmann, die ein Bild vom Team mit Ohrenstöpsel in den Nasen auf Facebook veröffentlichten.
Man kann gespannt sein, was die nächste Antwort sein wird. Ein besonderer Dank geht an Kim-Christopher Granz vom Designlovr-Blog, für die Berichterstattung.
Wer den Namen ADAC hört, denkt an Pannenhilfe oder an das monatliche Club-Magazin. Zielgruppe: 35+ und das Image ist ein wenig in die Jahre gekommen. Sowar bisher mein Eindruck vom ADAC. Weit gefehlt…
Auf Facebook zielt der ADAC mit seinem Angebot “ADAC young generation” auf die junge Zielgruppe 16+ und setzt auf die Viralität im Social Media. Die Fanpage der ADAC young generation präsentiert sich auf seiner Pinnwand sehr dialogorientiert, was vom jungen Publikum für Fragen regelmäßig in Anspruch genommen wird. Die Reaktionszeit ist sehr kurz und die Antworten werden von der Community positiv bewertet.
Die Produkte der ADAC young generation werden in einem Tab mit einer eigenen Landingpage beworben, stehen aber nicht im Vordergrund. Um eine dauerhafte Viralität im Netzwerk Facebook zu erzeugen, wurde zusätzlich ein Führerscheingenerator entwickelt.
Der Führerscheingenerator trifft natürlich die Wünsche der jungen Zielgruppe: Jeder möchte ein Führerschein und endlich mobil sein. Der Generator verwendet das Facebook-Profilbild und stellt eine Vielzahl an Accessoires in Form von Brillen und Perücken zur Verfügung.
Anschließend kann der fertige Führerschein als Profilbild verwendet, auf der Pinnwand gepostet werden oder als Grafik herunter geladen werden.
Den Nerv der Zielgruppe hat der ADAC mit diesen Aktionen getroffen: Die Fanpage verzeichnet aktuell über 15.000 Fans. Es muss sich allerdings die Frage gestellt werden, ob Facebook die geeignete Plattform für die ADAC young generation ist. Eine Ausweitung der Aktivitäten in den Netzwerken von Schüler VZ oder StudiVZ würde die Reichweite erhöhen.
Im E-Mail Marketing ist der Download von Whitepaper nach Abgabe der Mailadresse für die Adressgewinnung ein gängiges Instrument geworden.
In Social Networks hat sich diese Methode noch nicht durchgesetzt. Die Aktivitäten in Social Networks eignen sich natürlich nicht um E-Mail Adressen zu sammeln, dafür aber um Reichweite und den Bekanntheitsgrad zu steigern.
Wie ist dies möglich? Gibt es Tools für diesen Einsatz?
Die Applikation “Pay with a Tweet” bietet den Download beispielsweiser einer PDF-Datei an, nachdem man ein Tweet oder Facebook-Eintrag mit der Verlinkung zum Download veröffentlicht hat.
Durch diese Maßnahmen generiert man eine hohe Reichweite und das Produkt wird in Social Networks konsumiert. Reichweite steigern gemäß dem eigenen Slogan des Anbieters: “Sell your product for a Tweet“.