OTTO ist bereits im Bereich Employer Branding ein Paradebeispiel, für eine hohe Interaktion und einen echten Dialog mit User.
Im November startete OTTO ein Model-Contest auf Facebook. Primäres Ziel war natürlich die Erhöhung der Fan-Zahl und die Sammlung von Nutzerdaten.
User konnten über Facebook ein Bild von sich zur Teilnahme hochladen und die anderen Nutzer stimmten ab. Der Hauptpreis bestand aus einem professionellen Foto-Shooting in der OTTO Zentrale, sowie die Platzierung im Profilbild der Facebook-Fanseite für zwei Wochen.
Das Ergebnis überraschte selbst OTTO:
48.490 Teilnehmer und ca. 1.200.000 Votes. Das ist zwar eine beachtliche Zahl, aber die wirkliche Überraschung war das Gewinnerbild.
Kein supergestyltes Teeniebild wurde zum Sieger gekürt, sondern der 22-jährige Sascha oder auch einfach nur „Brigitte“.
Sascha posierte auf seinem Bild in Frauenkleidern, mit einer blonden Perücke und einer roten Federboa. Das ungewöhnliche Bild fiel in der Community so stark auf, dass innerhalb von zwei Tagen er bereits auf dem 2. Rang gevotet wurde. Zusätzlich druckte Sascha noch Flyer und verteilte diese an seiner UNI.
Das Resultat: Fast 23.000 Votes von ca. 1.2 Millionen Stimmen gingen an Sascha bzw. Brigitte.
Andere Unternehmen wären sicherlich in Sorge geraten (Branding, Imagegründen, etc.) und hätten die Aktion gestoppt, aber OTTO hat es mit Humor genommen und am Ende – in Anbetracht der Aufmerksamkeit On- und Offline – sogar positive Bilanz gezogen.
OTTO-Pressesprecher Thomas Voigt:
“Was Sascha mit seinem Foto ausgelöst hat, war gigantisch. Täglich wuchs unsere Fangemeinde um rund 10.000 auf am Ende 160.000 Fans”.
OTTO hat auch das Versprechen eingelöst und Sascha wurde als Brigitte zum Fotoshooting in der OTTO-Zentrale in Hamburg eingeladen.
Medial hat OTTO sehr schnell und gut auf die Aktion reagiert und hat u.a. im eigenen Two-for-Fashion-Blog darüber ausführlich berichtet. Auf YouTube hat OTTO zusätzlich Making-Of-Videos bereit gestellt und somit auch die virale Verbreitung zu unterstützen.
Rechtlicher Hinweis: Das abgebildete Bildmaterial stammt von OTTO / Two-for-Fashion-Blog
Wie kann ein unbekanntes Print-Magazin Aufmerksamkeit erzeugen, ohne eine groß angelegte Werbekampagne? Diese Frage stellten sich auch die Macher vom “deinblick magazine” aus München.
Die Antwort: Social Media oder besser ausgedrückt = User Generated Content!
Der Slogan “This Magazine is your Stage” verrät ganz deutlich das Konzept der Macher. Jede Ausgabe gestalten die User über die deinblick-Website selbst.
Pro Ausgabe wird ein Schwerpunkt gewählt und die User können durch eigene Beiträge in Form von Artikel und Bilder an der Entstehung des Magazins beizusteuern.
Aufmerksam auf das Magazin wurde ich über Facebook, durch die Aktion “You are the Cover“.
Auf der Facebook-Fanpage von deinblick magazine kann der User auf der Pinnwand eine Nachricht hinterlassen, warum ausgerechnet sein Facebook-Profilbild im Cover der neuen Ausgabe platziert werden muss.
Die User mit den meisten Kommentaren werden hinterher im Cover abgebildet.
Wenn Ihr mich unterstützen wollt, kommentiert einfach meinen Post. Danke im Voraus für die Unterstützung!
Wie ist eure Meinung? Kann sich ein Magazin mit User-Generated-Content am Markt behaupten?
In der Regel versuchen die Automobilhersteller die neuen Prototypen ihrer Autos (Erlkönige) mit allen Mitteln geheimzuhalten. Sofern Journalisten die Erlkönige entdecken, wird das erstellte Bildmaterial an Fachmagazine weiter verkauft.
Erklärung von Wikipedia:
Erlkönig ist eine gängige Bezeichnung in den Massenmedien für den Prototyp eines Autos. Während die Hersteller versuchen, das genaue Aussehen dieser Wagen geheimzuhalten, wird ihnen von Fotojournalisten, sogenannten Erlkönig-Jägern, nachgestellt, die danach die gemachten Fotos an Fachmagazine oder die Boulevardpresse verkaufen.
Der bayerische Automobilhersteller BMW dreht den Spieß nun um. BMW zeigt seinen neuen Prototypen und fordert gezielt in Form von Aufklebern auf, nicht darüber zu schreiben. Gemeint ist natürlich das Gegenteil!
Unter der Domain www.dontblogaboutthis.com ist ein englischsprachiger Blog zu finden, der den Absender BMW nicht direkt erkennen lässt. Erst im Impressum wird das Geheimnis gelüftet.
Zu sehen sind verschiedene Fotos (u.a. auch im eigenen Flickr-Album) und diverse Video-Clips (u.a. auch auf YouTube zu finden) vom Erlkönig.
Berichten zufolge, soll es sich hierbei um eine Versuchsstudie für einen Hybrid-Sportwagen handeln. Dies ist in der Geschichte von BMW einmalig und weckt daher grundsätzlich ein starkes Interesse.
Was könnte man verbessern? Die Idee, vom Gejagten zum Jäger zu werden, finde ich sehr gut. Allerdings wäre der Spannungsbogen und die Diskussionsgrundlage in der Fan-Gemeinde noch größer, wenn BMW nicht offiziell als Absender erkennbar wäre.
Die beiden Schweizer Designstudenten Stephanie Cuérel und Josh Schaub zeigen in dem Kurzfilm “logged in” wie – objektiv betrachtet – unwichtig Facebook und generell die “Produktion” von Inhalten im Social Web ist.
Das sehr ansprechende Video erzeugt zunächst ein breites Grinsen und im zweiten Schritt ein Nachdenken über Sinn oder Unsinn. Diese Frage muss allerdings jeder für sich selbst beantworten.
Interessantes Zitat im Zusammenhang mit Facebook: “Ich finde es halt immer wieder erstaunlich festzustellen, das so viele Leute Kommunizieren über Facebook ohne wirklich etwas zu sagen. Das kenne ich eigentlich nur aus der Politik.”
Die Fluggesellschaft Austrian Airlines aus Wien hat eine Social Media Kampagne gestartet, die überwiegend auf Facebook platziert ist. Das primäre Ziel ist die Markenbekanntheit von Austrian Airlines zu steigern und die Communitybildung im Social Network Facebook.
Ein Gewinnspiel, in Form einer eigenen Facebook-App lässt den Facebook-Fan in die Rolle eines Piloten der Airline schlüpfen. Im zweiten Schritt muss der Pilot den Ablughafen zum festgelegten Zielort Wien wählen und anschließend sein Freundesnetzwerk auffordern, im Flugzeug Platz zu nehmen.
Das Ziel ist es, alle vorhandenen 99 Plätze mit Freunden zu füllen, die gleichzeitig auch Fan auf der Fanpage werden. Bis zum 05.09.2010 um 24.00 hat man Zeit, seinen Jet vollständig zu füllen: Je voller der Jet, umso höher die Gewinnchance! Eine eigene URL kann für die Verbreitung per E-Mail verwendet werden, allerdings fehlt hier eine Empfehlungsfunktion auf der App-Seite.
Welchen Mehrwert hat das Gewinnspiel für den Fan?
Der Gewinner (Pilot) fliegt mit seinen 99 Freunden für 1 Tag nach Wien. Die Einladung der Fans findet über das Anfragen-Tool auf Facebook an die Freunde statt.
Welche Chance hat Austrian Airlines in seiner Social Media Kampagne verpasst?
Die Flugziele der Airline wird auf der Facebook App nicht kommuniziert und die “Fluggäste” haben keine weiteren Interaktionsmöglichkeiten. Empfehlenswert wäre beispielsweise die Nennung der Lieblingsländer oder die besuchten Länder der Fluggäste, mit der Darstellung einer Karte.
Darüber hinaus wäre eine Platzwahl der Fluggäste in Kombination mit der Einladung neuer Freunde aus dem Freundes-Netzwerk des Fluggastes eine Erhöhung der Reichweite gewesen.
Der deutsche Starkoch Tim Mälzer nutzt Social Media in Form von Facebook gezielt für seine Aktionen. Er beschränkt sich ausschließlich auf Facebook als Medium für die Verbreitung seiner Tagesgerichte.
Auf der Fanpage seines Restaurants “Bullerei” wird täglich zur Mittagszeit das Mittagsmenü veröffentlicht. Kleine Tat, große Wirking: Die Fans beteiligen sich in Form von Antworten und geben mit unter auch Kritik am Menü oder an den Preisen ab. Im Regelfall ist das Feedback der Fans auf Facebook allerdings sehr positiv.
Durch diese Maßnahme wird der Fan zum “Kauf” angeregt und die Bullerei bleibt über Facebook mit der Kundschaft in Kontakt. Aus den Kommentaren können Änderungen an der nächsten Mittagskarte abgeleitet werden.
Man muss allerdings zugeben, dass er aufgrund seiner Medienpräsenz im TV eine breite Fanbase besitzt und das Restaurant auch ohne Social Media Maßnahmen gut besucht ist.
Das Beispiel zeigt aber deutlich, dass man auch mit wenig Aufwand einen Kaufanreiz über Facebook erzeugen kann.
Was könnte Tim Mälzer & Team noch verbessern? Ein täglicher oder wöchentlicher Newsletter (ich halte das Medium immer noch als sehr wichtig) bzw. ein Twitter-Account. Was sind eure Vorschläge?
Auf vielen Blogs und Portalen wird Flattr in der letzten Zeit vermehrt eingesetzt. Vielen stellt sich die Frage, was Flattr überhaupt ist.
Flattr ist ein “social micropayment system”. Mit anderen Worten eine Bezahlform für User, die Autoren bzw. Portalbetreiber in finanzieller Form belohnen möchten. Die meisten Blogger schreiben und recherchieren Beiträge ohne finanziellem Hintergrund und setzen beispielweise Bannerwerbung ein, um die laufenden Serverkosten zu bezahlen.
Wie funktioniert eigentlich Flattr?
Man erstellt bei Flattr.com ein eigenes Konto und zahlt einen freiwillig bestimmten Betrag ein. Die Mindestgrenze liegt jedoch bei 2,00 Euro pro Monat. Wenn ein Blog den Flattr-Button integriert hat, kann man mit einem Klick diese Plattform für das Flattr-Belohnungssystem aktivieren.
Am Monatsende wird dein monatliches Budget durch die angeklickten Plattformen geteilt (z.B. 10 Blogs im Monat durch Flattr aktiviert, werden die 2,00 Euro durch 10 gesplittet und jeder erhält 0,20 Euro) und dem Autor gutgeschrieben.
Ich finde die Idee von Flattr sehr gut und die Folge könnte eine Steigerung der Qualität der einzelnen Beiträge haben. Vielleicht ersetzt es auch die Bannerwerbung in manchen Blogs – es wäre wünschenswert.
Das “Analog-Leben” verschmilzt sich täglich mit dem digitalen Leben: Man verabredet sich auf Facebook, checkt seine Mails über sein Smartphone und beobachtet nebenher noch die Aktivitäten seiner Freunde.
Viele Menschen “sehnen” sich wieder nach einem Tagesablauf ohne iPhone, Facebook & Co. Sie brauchen eine Auszeit von Twitter, Facebook und anderen Medien.
DIESEL hat die Sehnsucht der Menschen als Mittelpunkt einer Kampagne verwendet. Unter dem Motto “Stupid is analog” lud DIESEL zum Facepark am 20. Juni in Berlin. Die Elemente aus der digitalen Welt (u.a. Like Button, Mafia Wars von Facebook, Twitter) wurden in die analoge Welt übertragen.
Unter www.facepark.org findet Ihr weitere Informationen zur Kampagne. Die Microsite hat die Düsseldorfer Agentur DDB in Zusammenarbeit mit Parasol Island umgesetzt.
Das Social Web bietet gerade für den kreativen Beschäftigungszweig enormes Potential, sich “mal anders” zu bewerben und dadurch mit Kreativität aufzufallen. Ob es eine eigene Banner-Kampagne auf Kreativ-Plattformen ist oder ein digitaler Aufruf, wie z.B. bei der RedBull-Bewerbung.
Alec Brownstein wollte sich bei den TOP-Agenturen in Amerika als Creative Director bewerben. Seine Bewerbung hat nicht nur zum gewünschten Job verholfen, sondern wurde auch mit mehreren Kreativ-Awards ausgezeichnet.
Viele Menschen suchen sich über Google selbst. Diese Tatsache hat Alec für seine Bewerbung sehr clever genutzt. Er schaltete auf Google AdWords bezahlte Anzeigen und wählte die Namen seiner Ansprechpartner (Creative Director der Agenturen in New York) als Keyword.
Auf Platz 1 in den Suchergebnissen erschien die Google Adwords Anzeige mit dem Text: “Gooogling yourself is a lot of fun. Hiring me is fun, too.” und den Verweis auf seine Website.
Von 5 Google AdWords-Kampagnen, wurde er 4 mal zum Vorstellungsgespräch eingeladen, hat 2 Jobangebe erhalten und schließlich einen Job bei der renommieren Agentur Y&R in New York angenommen.
Karrierebibel.de hat ein sehr interessantes Interview mit dem Social Media Manager Steffen Rochau geführt. Stefan arbeitet seit einem halben Jahr beim E-Commerce Unternehmen Internetstores (u.a. fahrrad.de) in Esslingen.
In vielen Blogs wurde bereits das mangelnde Bewusstsein der Unternehmen kritisiert. In der Tat werden Positionen im Social Media Umfeld sehr häufig von Praktikanten im Unternehmen ausgeübt. Ein Blick in Jobsuchmaschinen bestätigt diese Aussage.
Gerade in größeren Unternehmen ist der Bedarf an Fachpersonal sicherlich sehr hoch. Die IT-Abteilung wird ja auch nicht von 2 Informatik-Studenten geleitet.
Meiner Meinung nach, ist der Social Media Manager nicht nur Bindeglied zwischen den einzelnen Abteilungen (z.B. PR-Abteilung, Produktmanagement, Customer Service, IT), sondern auch Umsetzer bzw. Konzepter in einer Person. Wie im Interview passend beschrieben, ist er Animateur im Netz, also maßgeblich konzeptionell am Community-Aufbau beteiligt. Darüber hinaus müssen die Dialoge im Social Media anhand verschiedener Social Media Monitoring Maßnahmen kontrolliert werden.
Der Beruf als Social Media Manager wird zukünftig von großer Bedeutung sein, der auch nach verschiedenen Erfolgsfaktoren gemessen wird. Die internen Strukturen im Unternehmen (z.B. Datenschutz, Wettbewerbsklauseln, etc.) sind in den Tätigkeiten immer zu beachten. Wie man als Unternehmen ohne Social Media Manager schnell gegen die Wand fahren kann, hat Jack Wolfskin und Jacko im letzten Jahr sehr deutlich bewiesen.
Da stelle ich mir doch die Frage: Wäre ein Praktikant, aufgrund seiner Unerfahrenheit, in so einem Fall nicht schnell überfordert gewesen???