Posted by Marcel Schler on 10 Jul 2011 under Google | 2 Comments
Nach Google Wave versucht Google einen neuen Angriff auf Facebook und einen Social Media Einstieg. Ich war in den ersten Tagen sehr skeptisch, allerdings gibt es schon erste Erfolge im Bezug auf die Reichweite: Das Google+ Plug-In wurde öfters in Websites integriert, als das Plug-In von Twitter. Das bedeutet, dass der Dienst sehr ernst genommen wird und die Experimentierfreude bei Portalbetreibern zugenommen hat.
Das Pro7-Magazin Galileo erklärt Google+ in 100 sekündigen Video. Das Video richtet sich an Neulinge und nicht an Social Media Profis. Natürlich sind auch kleine Fehler im Video enthalten (“Die App befindet sich im Zulassungsprozess” – obwohl es eine App für Android bereits gibt), aber für den ersten Einstieg ist es sicherlich hilfreich.
Eine Symphonie in 3 Akten. Das die Agenturen, vorwiegend in Hamburg, sich gegenseitig nichts schenken und eigene Kampagnen für das Recruiting neuer Mitarbeiter veröffentlichen, ist nichts Neues. Es wird eine Pizza mit QR-Code an Mitarbeiter anderer Agenturen verschickt oder Jobangebote via Facebook Places nach dem Check-In.
Jetzt haben die Agenturen ein neues Spielfeld für die kleinen, oftmals humorvollen, Machtkämpfchen entdeckt: Social Media!
Die Berliner Dependance der Hamburger Werbeagentur Kemper Trautmann hat das Problem, dass die Straßenmusikanten in Berlin keine Rücksicht auf die kreativen Prozesse innerhalb der Agentur nehmen. Warum auch? Was tun? Man mobilisiert die über 1.000 Fans auf Facebook und lässt über den neuen Spielort der Straßenmusikanten abstimmen.
Zur Auswahl standen keineswegs Gewerbegebiete oder ein dunkler Keller, sondern bekannte Namen wie Scholz & Friends, Saatchi & Saatchi, TBWA oder Aimaq & Stolle. Ein Clip auf YouTube hat den viralen Effekt zusätzlich unterstützt.
Auf der Facebook Fanpage konnte dann die Community voten, welche Agentur die Straßenmusikanten für einen Tag “an der Backe” oder besser gesagt vor der Haustür haben.
Die kreativen Agenturen sind keineswegs besser als kleine Kinder: So Du mir, so ich Dir! Die Antwort von Scholz & Friends lies nicht lange auf sich warten. Ein Bild mit Ohrenstöpsel auf der Scholz & Friends Fanpage mit dem netten Untertitel: “Liebe Kollegen von kempertrautmann! Ruhig bleiben, Hilfe ist unterwegs.”
Runde Drei ging wieder an kempertrautmann, die ein Bild vom Team mit Ohrenstöpsel in den Nasen auf Facebook veröffentlichten.
Man kann gespannt sein, was die nächste Antwort sein wird. Ein besonderer Dank geht an Kim-Christopher Granz vom Designlovr-Blog, für die Berichterstattung.
Wer den Namen ADAC hört, denkt an Pannenhilfe oder an das monatliche Club-Magazin. Zielgruppe: 35+ und das Image ist ein wenig in die Jahre gekommen. Sowar bisher mein Eindruck vom ADAC. Weit gefehlt…
Auf Facebook zielt der ADAC mit seinem Angebot “ADAC young generation” auf die junge Zielgruppe 16+ und setzt auf die Viralität im Social Media. Die Fanpage der ADAC young generation präsentiert sich auf seiner Pinnwand sehr dialogorientiert, was vom jungen Publikum für Fragen regelmäßig in Anspruch genommen wird. Die Reaktionszeit ist sehr kurz und die Antworten werden von der Community positiv bewertet.
Die Produkte der ADAC young generation werden in einem Tab mit einer eigenen Landingpage beworben, stehen aber nicht im Vordergrund. Um eine dauerhafte Viralität im Netzwerk Facebook zu erzeugen, wurde zusätzlich ein Führerscheingenerator entwickelt.
Der Führerscheingenerator trifft natürlich die Wünsche der jungen Zielgruppe: Jeder möchte ein Führerschein und endlich mobil sein. Der Generator verwendet das Facebook-Profilbild und stellt eine Vielzahl an Accessoires in Form von Brillen und Perücken zur Verfügung.
Anschließend kann der fertige Führerschein als Profilbild verwendet, auf der Pinnwand gepostet werden oder als Grafik herunter geladen werden.
Den Nerv der Zielgruppe hat der ADAC mit diesen Aktionen getroffen: Die Fanpage verzeichnet aktuell über 15.000 Fans. Es muss sich allerdings die Frage gestellt werden, ob Facebook die geeignete Plattform für die ADAC young generation ist. Eine Ausweitung der Aktivitäten in den Netzwerken von Schüler VZ oder StudiVZ würde die Reichweite erhöhen.
Im E-Mail Marketing ist der Download von Whitepaper nach Abgabe der Mailadresse für die Adressgewinnung ein gängiges Instrument geworden.
In Social Networks hat sich diese Methode noch nicht durchgesetzt. Die Aktivitäten in Social Networks eignen sich natürlich nicht um E-Mail Adressen zu sammeln, dafür aber um Reichweite und den Bekanntheitsgrad zu steigern.
Wie ist dies möglich? Gibt es Tools für diesen Einsatz?
Die Applikation “Pay with a Tweet” bietet den Download beispielsweiser einer PDF-Datei an, nachdem man ein Tweet oder Facebook-Eintrag mit der Verlinkung zum Download veröffentlicht hat.
Durch diese Maßnahmen generiert man eine hohe Reichweite und das Produkt wird in Social Networks konsumiert. Reichweite steigern gemäß dem eigenen Slogan des Anbieters: “Sell your product for a Tweet“.
OTTO ist bereits im Bereich Employer Branding ein Paradebeispiel, für eine hohe Interaktion und einen echten Dialog mit User.
Im November startete OTTO ein Model-Contest auf Facebook. Primäres Ziel war natürlich die Erhöhung der Fan-Zahl und die Sammlung von Nutzerdaten.
User konnten über Facebook ein Bild von sich zur Teilnahme hochladen und die anderen Nutzer stimmten ab. Der Hauptpreis bestand aus einem professionellen Foto-Shooting in der OTTO Zentrale, sowie die Platzierung im Profilbild der Facebook-Fanseite für zwei Wochen.
Das Ergebnis überraschte selbst OTTO:
48.490 Teilnehmer und ca. 1.200.000 Votes. Das ist zwar eine beachtliche Zahl, aber die wirkliche Überraschung war das Gewinnerbild.
Kein supergestyltes Teeniebild wurde zum Sieger gekürt, sondern der 22-jährige Sascha oder auch einfach nur „Brigitte“.
Sascha posierte auf seinem Bild in Frauenkleidern, mit einer blonden Perücke und einer roten Federboa. Das ungewöhnliche Bild fiel in der Community so stark auf, dass innerhalb von zwei Tagen er bereits auf dem 2. Rang gevotet wurde. Zusätzlich druckte Sascha noch Flyer und verteilte diese an seiner UNI.
Das Resultat: Fast 23.000 Votes von ca. 1.2 Millionen Stimmen gingen an Sascha bzw. Brigitte.
Andere Unternehmen wären sicherlich in Sorge geraten (Branding, Imagegründen, etc.) und hätten die Aktion gestoppt, aber OTTO hat es mit Humor genommen und am Ende – in Anbetracht der Aufmerksamkeit On- und Offline – sogar positive Bilanz gezogen.
OTTO-Pressesprecher Thomas Voigt:
“Was Sascha mit seinem Foto ausgelöst hat, war gigantisch. Täglich wuchs unsere Fangemeinde um rund 10.000 auf am Ende 160.000 Fans”.
OTTO hat auch das Versprechen eingelöst und Sascha wurde als Brigitte zum Fotoshooting in der OTTO-Zentrale in Hamburg eingeladen.
Medial hat OTTO sehr schnell und gut auf die Aktion reagiert und hat u.a. im eigenen Two-for-Fashion-Blog darüber ausführlich berichtet. Auf YouTube hat OTTO zusätzlich Making-Of-Videos bereit gestellt und somit auch die virale Verbreitung zu unterstützen.
Rechtlicher Hinweis: Das abgebildete Bildmaterial stammt von OTTO / Two-for-Fashion-Blog
Wie kann ein unbekanntes Print-Magazin Aufmerksamkeit erzeugen, ohne eine groß angelegte Werbekampagne? Diese Frage stellten sich auch die Macher vom “deinblick magazine” aus München.
Die Antwort: Social Media oder besser ausgedrückt = User Generated Content!
Der Slogan “This Magazine is your Stage” verrät ganz deutlich das Konzept der Macher. Jede Ausgabe gestalten die User über die deinblick-Website selbst.
Pro Ausgabe wird ein Schwerpunkt gewählt und die User können durch eigene Beiträge in Form von Artikel und Bilder an der Entstehung des Magazins beizusteuern.
Aufmerksam auf das Magazin wurde ich über Facebook, durch die Aktion “You are the Cover“.
Auf der Facebook-Fanpage von deinblick magazine kann der User auf der Pinnwand eine Nachricht hinterlassen, warum ausgerechnet sein Facebook-Profilbild im Cover der neuen Ausgabe platziert werden muss.
Die User mit den meisten Kommentaren werden hinterher im Cover abgebildet.
Wenn Ihr mich unterstützen wollt, kommentiert einfach meinen Post. Danke im Voraus für die Unterstützung!
Wie ist eure Meinung? Kann sich ein Magazin mit User-Generated-Content am Markt behaupten?
In der Regel versuchen die Automobilhersteller die neuen Prototypen ihrer Autos (Erlkönige) mit allen Mitteln geheimzuhalten. Sofern Journalisten die Erlkönige entdecken, wird das erstellte Bildmaterial an Fachmagazine weiter verkauft.
Erklärung von Wikipedia:
Erlkönig ist eine gängige Bezeichnung in den Massenmedien für den Prototyp eines Autos. Während die Hersteller versuchen, das genaue Aussehen dieser Wagen geheimzuhalten, wird ihnen von Fotojournalisten, sogenannten Erlkönig-Jägern, nachgestellt, die danach die gemachten Fotos an Fachmagazine oder die Boulevardpresse verkaufen.
Der bayerische Automobilhersteller BMW dreht den Spieß nun um. BMW zeigt seinen neuen Prototypen und fordert gezielt in Form von Aufklebern auf, nicht darüber zu schreiben. Gemeint ist natürlich das Gegenteil!
Unter der Domain www.dontblogaboutthis.com ist ein englischsprachiger Blog zu finden, der den Absender BMW nicht direkt erkennen lässt. Erst im Impressum wird das Geheimnis gelüftet.
Zu sehen sind verschiedene Fotos (u.a. auch im eigenen Flickr-Album) und diverse Video-Clips (u.a. auch auf YouTube zu finden) vom Erlkönig.
Berichten zufolge, soll es sich hierbei um eine Versuchsstudie für einen Hybrid-Sportwagen handeln. Dies ist in der Geschichte von BMW einmalig und weckt daher grundsätzlich ein starkes Interesse.
Was könnte man verbessern? Die Idee, vom Gejagten zum Jäger zu werden, finde ich sehr gut. Allerdings wäre der Spannungsbogen und die Diskussionsgrundlage in der Fan-Gemeinde noch größer, wenn BMW nicht offiziell als Absender erkennbar wäre.
Die beiden Schweizer Designstudenten Stephanie Cuérel und Josh Schaub zeigen in dem Kurzfilm “logged in” wie – objektiv betrachtet – unwichtig Facebook und generell die “Produktion” von Inhalten im Social Web ist.
Das sehr ansprechende Video erzeugt zunächst ein breites Grinsen und im zweiten Schritt ein Nachdenken über Sinn oder Unsinn. Diese Frage muss allerdings jeder für sich selbst beantworten.
Interessantes Zitat im Zusammenhang mit Facebook: “Ich finde es halt immer wieder erstaunlich festzustellen, das so viele Leute Kommunizieren über Facebook ohne wirklich etwas zu sagen. Das kenne ich eigentlich nur aus der Politik.”
Die Fluggesellschaft Austrian Airlines aus Wien hat eine Social Media Kampagne gestartet, die überwiegend auf Facebook platziert ist. Das primäre Ziel ist die Markenbekanntheit von Austrian Airlines zu steigern und die Communitybildung im Social Network Facebook.
Ein Gewinnspiel, in Form einer eigenen Facebook-App lässt den Facebook-Fan in die Rolle eines Piloten der Airline schlüpfen. Im zweiten Schritt muss der Pilot den Ablughafen zum festgelegten Zielort Wien wählen und anschließend sein Freundesnetzwerk auffordern, im Flugzeug Platz zu nehmen.
Das Ziel ist es, alle vorhandenen 99 Plätze mit Freunden zu füllen, die gleichzeitig auch Fan auf der Fanpage werden. Bis zum 05.09.2010 um 24.00 hat man Zeit, seinen Jet vollständig zu füllen: Je voller der Jet, umso höher die Gewinnchance! Eine eigene URL kann für die Verbreitung per E-Mail verwendet werden, allerdings fehlt hier eine Empfehlungsfunktion auf der App-Seite.
Welchen Mehrwert hat das Gewinnspiel für den Fan?
Der Gewinner (Pilot) fliegt mit seinen 99 Freunden für 1 Tag nach Wien. Die Einladung der Fans findet über das Anfragen-Tool auf Facebook an die Freunde statt.
Welche Chance hat Austrian Airlines in seiner Social Media Kampagne verpasst?
Die Flugziele der Airline wird auf der Facebook App nicht kommuniziert und die “Fluggäste” haben keine weiteren Interaktionsmöglichkeiten. Empfehlenswert wäre beispielsweise die Nennung der Lieblingsländer oder die besuchten Länder der Fluggäste, mit der Darstellung einer Karte.
Darüber hinaus wäre eine Platzwahl der Fluggäste in Kombination mit der Einladung neuer Freunde aus dem Freundes-Netzwerk des Fluggastes eine Erhöhung der Reichweite gewesen.
Der deutsche Starkoch Tim Mälzer nutzt Social Media in Form von Facebook gezielt für seine Aktionen. Er beschränkt sich ausschließlich auf Facebook als Medium für die Verbreitung seiner Tagesgerichte.
Auf der Fanpage seines Restaurants “Bullerei” wird täglich zur Mittagszeit das Mittagsmenü veröffentlicht. Kleine Tat, große Wirking: Die Fans beteiligen sich in Form von Antworten und geben mit unter auch Kritik am Menü oder an den Preisen ab. Im Regelfall ist das Feedback der Fans auf Facebook allerdings sehr positiv.
Durch diese Maßnahme wird der Fan zum “Kauf” angeregt und die Bullerei bleibt über Facebook mit der Kundschaft in Kontakt. Aus den Kommentaren können Änderungen an der nächsten Mittagskarte abgeleitet werden.
Man muss allerdings zugeben, dass er aufgrund seiner Medienpräsenz im TV eine breite Fanbase besitzt und das Restaurant auch ohne Social Media Maßnahmen gut besucht ist.
Das Beispiel zeigt aber deutlich, dass man auch mit wenig Aufwand einen Kaufanreiz über Facebook erzeugen kann.
Was könnte Tim Mälzer & Team noch verbessern? Ein täglicher oder wöchentlicher Newsletter (ich halte das Medium immer noch als sehr wichtig) bzw. ein Twitter-Account. Was sind eure Vorschläge?